Die Entwicklung der Kirchenmitglieder in Deutschland 1956 – 2008.
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https://search.gesis.org/research_data/ZA8586?doi=10.4232/1.12135
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In der vorliegenden Untersuchung „wird die Mitgliederentwicklung der evangelischen sowie der römisch-katholischen Kirche in Deutschland dargestellt und analysiert, welches Gewicht den einzelnen Komponenten der Mitgliederentwicklung hierbei zukommt. Der Beitrag stützt sich auf Zahlen des Statistischen Bundesamtes seit den 1950er-Jahren beziehungsweise auf von den beiden Kirchen (Evangelische Kirche in Deutschland, Hannover, sowie Deutsche Bischofskonferenz, Bonn) zur Verfügung gestellte Daten zum „kirchlichen Leben“. Der Beitrag verfolgt das Ziel, die Mitgliederentwicklung in den beiden großen christlichen Volkskirchen als lange Zeitreihe synoptisch zusammenzustellen, systematisch aufzubereiten und zu analysieren und damit den bisher sehr stark monokausal ausgerichteten Erklärungsansatz zur Mitgliederentwicklung zu hinterfragen, zu erweitern und zu quantifizieren. Der seit den späten 1960er-Jahren zu beobachtende Wertewandel und die damit einhergehenden gesellschaftlichen Umbrüche, die Zuwanderung nach Deutschland seit den 1950er-Jahren sowie die Umwälzungen im Zuge der deutschen Vereinigung und der europäischen Integration haben dazu geführt, dass die beiden christlichen Volkskirchen in Deutschland an Bedeutung verloren haben. Neben die römisch-katholische und die evangelische Kirche sind zunehmend alternative Glaubensgemeinschaften getreten. Unter diesen spielen beispielsweise der Islam mit rund 4 Mill. Anhängern sowie kleinere freikirchliche oder charismatische Gemeinden zunehmend eine Rolle. Über diese Religionsgemeinschaften liegen in der amtlichen Statistik jedoch keine bzw. nur wenige Angaben vor, sodass sich der Beitrag im Folgenden auf die christlichen Volkskirchen konzentriert“ (Eicken, J./Schmitz-Veltin, A., 2010, a. a. O., S. 577). Im Gegensatz zu der Diskussion um Kirchenaustritt wird den demografischen Faktoren der Mitgliederentwicklung in der aktuellen Diskussion wenig Aufmerksamkeit geschenkt. Der vorliegende Beitrag möchte vor diesem Hintergrund aufzeigen, dass die Mitgliederentwicklung der großen Volkskirchen nicht nur durch Austritte geprägt ist, sondern altersstrukturelle Effekte ebenfalls als Ursache in Erwägung zu ziehen sind. Diese „Effekte sind nicht zuletzt auf die langfristige Entwicklung der Geburtenzahl und den hieraus resultierenden Überschüssen der Sterbefälle sowie auf Wertänderungen bezüglich Taufen zurückzuführen. Zusammengenommen führen diese Prozesse zu einer gesellschaftlichen Entkirchlichung. Unter Entkirchlichung wird in dem Beitrag das sich in zurückgehenden Mitgliederzahlen äußernde Nachlassen der Bindekräfte der gro0en Volksmassen verstanden“ (Eicken, J./Schmitz-Veltin, A., 2010, a. a. O., S. 576f).
Datentabellen in HISTAT:A.1 Einwohnerzahl in Deutschland nach Religionszugehörigkeit und Mitgliederbewegungen in den beiden christlichen Volkskirchen (1956-2008)
提供机构:
GESIS Data Archive
创建时间:
2014-12-05



