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Entwicklung der Wissenschaftspolitik in Deutschland bis 1914

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DataCite Commons2025-12-02 更新2025-04-15 收录
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https://search.gesis.org/research_data/ZA8472?doi=10.4232/1.10410
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In seiner Untersuchung zur Entwicklung der Wissenschaftspolitik in Deutschland entwickelt der Autor zunächst ein funktionales Systematisierungsschema: „Wissenschaft als soziales Denk- und Handlungssystem ist eingebettet in ein staatliches, gesellschaftliches und wirtschaftliches Interessenfeld. Aus dem staatlichen und sozial-ökonomischen Handlungssystem heraus soll ‚wissenschaftliche‘ Tätigkeit begriffen werden. Das Handlungsfeld innerhalb der Triade Wirtschaft-Wissenschaft –Staat wird nun seinerseits von Umweltfaktoren bestimmt … Determinierende Faktoren für das wissenschaftliche wie politisch-ökonomische Handlungssystem sind generelle wirtschaftliche, militärische, gesellschaftliche, kulturgeschichtliche und internationale Bedingungen“ (Pfetsch, a.a.O., S. 16, 20). In einem weiteren Abschnitt wird der Begriff „Wissenschaftspolitik präzisiert. „Wissenschaftspolitik als Forschungsgegenstand verfolgt die Ermittlung und Analyse der Träger und Prozeduren wissenschaftspolitischer Entscheidungen sowie der Zielvorstellungen, die den Entscheidungsträgern bewußt oder unbewußt zugrunde liegen …Unter Wissenschaftspolitik sollen alle Maßnahmen verstanden werden, die auf Lehre und Forschung in Hochschulen, außeruniversitären Wissenschaftseinrichtungen und Forschungs- und Versuchslabors der Wissenschaft gerichtet sind und von privaten Personen und Gruppenorganisationen und staatlichen Organisationen getragen werden. Das direkte oder indirekte, beabsichtigte oder unbeabsichtigte Ziel solcher Maßnahmen ist, die Erweiterung des Wissens zu ermöglichen“ (Pfetsch, a. a. O., S. 26, S. 30f). Entsprechend der theoretischen Konzeption der Arbeit wurden Ausschnitte aus dem Handlungsgeflecht Wissenschaft – Staat - Wirtschaft durch Längs- und Querschnittsanalysen zu erschließen versucht. Staatliche Wissenschaftspolitik schlägt sich in den Ausgaben für Wissenschaft und Technologie nieder. In der Struktur der Staatsausgaben spiegelt sich die Präferenzordnung politischer Entscheidungen. Zum Handlungsraum der staatlichen Verwaltung wurde die Finanzierung wissenschaftlicher Unternehmungen durch das Reich und die fünf größten Bundesstaaten (Preußen, Bayern, Sachsen, Württemberg und Baden) ermittelt und nach verschiedenen Gesichtspunkten aufbereitet (Kapitel II). Unter ‚Wissenschaftsausgaben‘ werden solche Ausgaben verstanden, die für Hochschulen und außeruniversitäre Forschungsanstalten, sowie für sonstige wissenschaftliche Unternehmungen, z.B. wissenschaftliche Expeditionen, getätigt worden sind. Die Wissenschaftsausgaben mussten für jedes einzelne Jahr und für jede politische Gebietskörperschaft den betreffenden Haushalten entnommen werden, da es eine Zusammenstellung dieser Ausgaben nicht gibt. Diese quantitative Analyse der Finanzierung durch die Staatsverwaltungen wurde erweitert um eine handlungsanalytische Untersuchung zur Gründung der ersten bedeutenden außeruniversitären Wissenschaftsanstalt des Reiches (Kapitel III). Die Fallstudie zur Gründung der Physikalisch-Technischen Reichanstalt soll die Entscheidungsstrukturen und das Selbstverständnis der Wissenschaftspolitiker freilegen. Neben dem wissenschaftlichen und dem staatlich-politischen Handlungsbereich interessierte vor allem der wirtschaftliche Sektor. Die vorliegende Untersuchung zur Entstehung und Entwicklung vor allem der ‚nützlichen‘ Wissenschaften ist vor dem Hintergrund des sich industrialisierenden deutschen Staates zu sehen. Die Frage nach dem Zusammenhang zwischen der Wissenschafts- und der Wirtschaftsentwicklung steht im Mittelpunkt einer gesonderten Analyse (Kapitel IV). Der diese Untersuchung leitende Gesichtspunkt war die Frage nach Art und Umfang des ökonomischen Verwertungsinteresses bzw. des wissenschaftlichen Interesses an der ökonomischen Verwertung. Ausdruck und Instrument einer Wissenschaftspolitik sind unter anderem Institutionen, die der Förderung wissenschaftlicher Bestrebungen dienen. Das fünfte Kapitel ist den wissenschaftlichen Organisationen in Deutschland 1750 bis 1914 gewidmet. Als Arbeitshypothese wurde unterstellt, dass sich aus der Analyse der privaten und staatlichen wiss. Org. Schwerpunkte, Richtung und Ziele der wissenschaftlichen Aktivitäten erkennen lassen. Die Untersuchung basiert hauptsächlich auf den zwischen 1750 und 1914 gegründeten wissenschaftlichen Organisationen. Erfasst wurden neben Gründungsort und Gründungsland das Gründungsdatum, die Bezeichnung der Organisation, ihr Status (privat, staatlich oder privat-staatlich) sowie Änderungen bezüglich dieser Merkmale. Insgesamt wurden 1545 wiss. Org. erfasst. Analysiert und interpretiert werden die Gründungsaktivitäten für verschiedene Perioden. Die zeitliche und fachliche Entwicklung der Organisationen wird für die größten Bundesstaaten vom Zeitpunkt ihrer Entstehung an geschildert. Ziel dieses Teils der Untersuchung ist es, die erfassten wiss. Org. darzustellen und ihr Wachstum zu erklären. Das sechste Kapitel beschäftigt sich mit der Gesellschaft Deutscher Naturforscher und Ärzte (GDNÄ) hinsichtlich ihrer wissenschaftspolitischen Bedeutung. Dieses Kapitel über eine deutsche wissenschaftliche Gesellschaft soll beschreiben, wie sich die ‚scientific community‘ des 19. Jahrhunderts auf naturwissenschaftlichem und medizinischem Gebiet selbst organisiert hat. Anhand ihrer Entwicklung und Wandlung im Zeitablauf von etwa 100 Jahren ergeben sich verschiedene Funktionsbestimmungen innerhalb des wissenschaftlichen Wissens- und Sozialsystems. Im Mittelpunkt des Interesses steht die Frage nach Spezialisierungsprozessen und die sie bedingenden bzw. die sie erfordernden institutionellen Gegebenheiten. Die organisatorischen Strukturprinzipien werden wiederum in ihrer Verbindung mit den jeweiligen Wissenschaftsprinzipien aufgezeigt. Im Mittelpunkt des siebten Kapitels werden die wissenschaftlichen und wissenschaftspolitischen Aktivitäten in Deutschland mit denen in England verglichen. Die unterschiedlichen ökonomischen und gesellschaftlichen Bedingungen, die die Wissenschaftler in England und Deutschland vorfanden, stehen im Mittelpunkt dieses Kapitels. Datentabellen in HISTAT:A. Staatliche Wissenschaftsfinanzierung (1850 - 1914)A.01 Wissenschaftsausgaben von Reich und Bundesstaaten, in Mrd. Reichsmark (in laufenden Preisen) (1850-1914)A.02 Die Entwicklung der Reichsausgaben, in Mill. Reichsmark (1868-1914)A.03 Staatliche Zuschüsse an Hochschulen, in Mill. Reichsmark (1850-1914)A.04 Staatsausgaben Wissenschaft und Technik, in 1000 Mark (1850-1914)A.05 Orientierung der Wissenschaftsausgaben nach ökonomischen, militärischen, allgemeinen wiss. Ausgaben (in 1000 Mark bzw. in Prozent) (1850-1914)B. Fallstudie: Gründung der Physikalisch-Technischen Reichsanstalt, PTR (1887-1914)C. Wissenschafts- und Wirtschaftswachstum (1860-1914)D. Wissenschaftliche Organisationen in Deutschland (1750-1914)E. Gesellschaft Deutscher Naturforscher und Ärzte, GDNÄ (1828-1913) Die Studie bezieht sich auf das Deutsches Reich, 1850 bis 1914 und seinen fünf größten Bundesstaaten: Preußen, Bayern, Sachsen, Württemberg und Baden, 1850 bis 1914.Die Ermittlung der wissenschaftlichen Gesellschaften schließt allerdings Hessen, Hamburg und Elsaß-Lothringen mit ein. Die Zurechnung der einzelnen wissenschaftlichen Einrichtungen erfolgt – von Elsaß-Lothringen abgesehen – nach den Grenzen von 1871. Dies bedeutet, dass insbesondere die Gebietserweiterungen, die Preußen im Verlauf des 19. Jahrhunderts erfahren hat, bei der historischen Zurechnung unberücksichtigt blieben. Dies betrifft insbesondere die 1866 zu Preußen gekommenen Gebiete des Herzogtums Schleswig-Holstein, Kurhessens und Nassaus, das Königreich Hannover und die freie Reichsstadt Frankfurt.
提供机构:
GESIS Data Archive
创建时间:
2012-01-10
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