Anonymisierte Transkripte und Kodiertabellen aus dem Projekt 'das Beschäftigungs-Gesundheits-Dilemma in der Corona-Krise'
收藏DataCite Commons2024-10-18 更新2025-04-15 收录
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https://rdc-psychology.org/koessler_wesche_hoppe_2024
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资源简介:
Die Corona-Krise verschärfte soziale Ungleichheiten und traf prekär Beschäftigte, die als Teil der industriellen Reservearmee oftmals kurzfristige oder saisonale Arbeitskraft-Nachfragen abdecken, besonders hart. Während die Corona-Krise viele Einsatzmöglichkeiten prekär Beschäftigter reduzierte (z.B. im Tourismus), wurden u.a. in Gesundheitseinrichtungen zusätzliche Arbeitskräfte gebraucht. Letztere Arbeitstätigkeiten gingen jedoch häufig mit einem erhöhten Infektionsrisiko aber auch zusätzlichen Belastungen durch entsprechende Schutzvorgaben (z.B. Arbeit in spezieller Schutzkleidung) einher.
Aufgrund weniger, stark umkämpfter Erwerbsalternativen standen diese nicht-medizinischen Beschäftigten in Gesundheitseinrichtungen vor dem Dilemma zwischen einer (Weiter-)Beschäftigung und dem Schutz ihrer Gesundheit wählen zu müssen (Kößler et al., 2023). Eine besonders starke Ausprägung dieses Beschäftigungs-Gesundheits-Dilemmas (BG-Dilemmas) war besonders bei nicht-medizinischen Beschäftigten (z.B. Reinigungskräften) in Gesundheitseinrichtungen zu erwarten, da die Corona-Krise sie gleichzeitig mit einer wirtschaftlichen Bedrohung (wenigen alternativen Beschäftigungsmöglichkeiten) und einer gesundheitlichen Bedrohung (Infektionsrisiko) konfrontierte.
Ziel des Projekts war es daher zu untersuchen, unter welchen Umständen die Kombination aus einer wirtschaftlichen und einer gesundheitlichen Bedrohung zu einem BG-Dilemma führte (Studie 1). Dabei sollte auch erfasst werden, wie die Beschäftigten mit wirtschaftlichen Bedrohungen, gesundheitlichen Bedrohungen und dem BG-Dilemma umgingen (Studie 2).
Zur Exploration des BG-Dilemmas wurden 42 qualitative Interviews mit 45 nicht-medizinischen Beschäftigten in Gesundheitseinrichtungen geführt. Die Interviews basierten auf einem teilstrukturierten Leitfaden, der partizipativ mit Betriebsräten und Beschäftigten vergleichbarer Einrichtungen erstellt wurde. Interviews wurden anschließend transkribiert und anonymisiert. Nach einer Datenbereinigung, bei der 6 Interviews aus methodischen Gründen (z.B., keine Beschäftigung im Gesundheitssektor, schlechte Audioqualität) und 9 Interviews aus inhaltlichen Gründen (bzw. aufgrund dessen, dass mind. eine der beiden Bedrohungen fehlte) ausgeschlossen wurden, wurden die verbleibenden 27 Interviews mittels qualitativer Inhaltsanalyse nach Mayring (2015) ausgewertet. Hierzu bildeten zwei unabhängige Personen induktiv Kategorien anhand von Interviewausschnitten, die von wirtschaftlichen Bedrohungen, gesundheitlichen Bedrohungen, dem BG-Dilemma (Studie 1) und den Umgangsweisen (Studie 2)handelten.
Die Analysen zu Studie 1 zeigten, dass sich die Ursachen der wirtschaftlichen und der gesundheitlichen Bedrohung auf Gesellschafts-, Organisations- und Personenebene einordnen lassen. Beispielsweise trugen wegfallende Nebenjobs (Gesellschaftsebene), organisationsinterne Umstrukturierungsprozesse (Organisationsebene) und formale Ausbildungen (Personenebene) zur Wahrnehmung einer wirtschaftlichen Bedrohung bei. Die Wahrnehmung einer gesundheitlichen Bedrohung bedingten unter anderem die Verfügbarkeit von Impfstoff (Gesellschaftsebene), defekte Schutzausrüstung (Organisationsebene) und Kontakt zu Personen mit Vorerkrankungen (Personenebene). Das BG-Dilemma äußerte sich bei einem Teil der Interviewten, die das Gefühl hatten, dass die wirtschaftliche Bedrohung sie zwang ihre Beschäftigung trotz einer gesundheitlichen Bedrohung zu halten.
Die Analysen zu Studie 2 verdeutlichten, dass die Beschäftigten verschiedene Umgangsstrategien nutzten, die sich auf zwei Achsen verorten lassen. So konnten diese Strategien einerseits anhand ihrer Orientierung auf das Problem (z.B. Benennung von Problemen) oder Emotionen beschrieben werden (z.B. gedankliche Vermeidung). Andererseits zeichneten sie sich entweder durch einen kognitiven (z.B. Planung von Arbeitsschritten) oder behavioralen Modus aus (z.B. Stressabbau durch Freizeitaktivitäten).
Kößler, F. J., Wesche, J. S., & Hoppe, A. (2023). In a no‐win situation: The employmenthealth dilemma. Applied Psychology, 72(1), 6484. https://doi.org/10.1111/apps.12393
提供机构:
ZPID Leibniz Institute for Psychology
创建时间:
2024-10-18



