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EUSI: Datenbank zum Europäischen System Sozialer Indikatoren, 1950-2013

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DataCite Commons2025-12-02 更新2025-04-15 收录
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https://search.gesis.org/research_data/ZA8680?doi=10.4232/1.12960
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Die Daten von SIMon (Deutsches System Sozialer Indikatoren (DISI) und Europäisches System Sozialer Indikatoren (EUSI))sind in der Online-Datenbank histat (https://histat.gesis.org/histat/)unter dem Thema ´SIMon: Social Indicators Monitor´ (https://histat.gesis.org/histat/de/data/themes/36)für den freien Download zugänglich. A) Konzeptioneller Rahmen Die Entwicklung des konzeptionellen Rahmens für das Europäische System Sozialer Indikatoren knüpft zum einen an die theoretische Diskussion von Wohlfahrt und Lebensqualität sowie den daran orientierten Zielen der gesellschaftlichen Entwicklung an. Zum anderen wurden die Aufgaben und grundlegende Ziele der Politik der Europäischen Union inventarisiert. Auf Grundlage dieser beiden Bereiche (theoretische Diskussion um Wohlfahrt auf der einen Seite und politische Ziele der EU auf der anderen Seite) wurden sechs Perspektiven und Dimensionen gesellschaftlicher Entwicklung in Europa identifiziert, die den konzeptionellen Kern des Europäischen Systems Sozialer Indikatoren bilden und auf die Konzepte der Lebensqualität, der sozialen Kohäsion und der Nachhaltigkeit bezogen sind. Dimensionen zur Lebensqualität:1) Die Dimension der objektiven Lebensbedingungen bezeichnet die faktischen Lebensumstände von Individuen (Arbeitsbedingungen, Gesundheitszustand, materieller Lebensstandard).2) Die Dimension der subjektiven Wohlfahrt beinhaltet Wahrnehmungen, Einschätzungen und Bewertungen der Lebensbedingungen durch die Bürger. Dimensionen, abgeleitet aus dem Konzept der sozialen Kohäsion:3) Disparitäten, Ungleichheiten und soziale Exklusion beziehen sich auf Verteilungsaspekte des Wohlstandes in der Gesellschaft (regionale Disparitäten, Chancengleichheit).4) Soziale Beziehungen, Bindungen und Inklusion beziehen sich auf das soziale Kapital einer Gesellschaft. Die Existenz von informellen Netzwerken, Vereinigungen und Organisationen sowie das Funktionieren gesellschaftlicher Institutionen werden durch die Dimension sozialer Kohäsion erfasst. Dimensionen zur Nachhaltigkeit. Nachhaltigkeit wird in diesem Rahmen primär als Erhalt oder auch Mehrung von gesellschaftlichem Kapital (physisches Kapital, Sozialkapital, Humankapital, Naturkapital) für die nachfolgenden Generationen verstanden.5) Sicherung von Humankapital: Messdimensionen und Indikatoren dieser Zieldimension betreffen in erster Linie Aspekte von Bildung, Kompetenzen und Gesundheit der Menschen.6) Sicherung von natürlichem Kapital: Diese Dimension bezieht sich sowohl auf den aktuellen Umweltzustand als auch auf Prozesse und Maßnahmen, die die natürlichen Lebensgrundlagen verbessern oder verschlechtern. Neben diesen sechs Zieldimensionen zur individuellen Lebensqualität und zur Qualität von Gesellschaften umfasst das Europäische System Sozialer Indikatoren auch ausgewählte Dimensionen des sozialen Wandels:- Demografische und sozio-ökonomische Strukturen- Werte und EinstellungenDiese – insgesamt 8 – Dimensionen zur Wohlfahrt und zum gesellschaftlichen Wandel liegen quer zu den 13 berücksichtigten Lebensbereichen: - Bevölkerung- Haushalt und Familie- Wohnen- Transport und Verkehr- Freizeit, Medien, Kultur- Soziale und politische Partizipation, Integration- Bildung, Berufsausbildung- Arbeitsmarkt, Arbeitsbedingungen- Einkommen, Lebensstandard, Konsum- Gesundheit- Umwelt- Soziale Sicherheit, Wohlfahrt- Gesellschaftliche bzw. öffentliche Sicherheit, Kriminalität- Lebenssituation insgesamt (H.-H. Noll, Web-Seite zu EUSI) B) Theoretischer Hintergrund Das System Sozialer Indikatoren ist das Ergebnis einer in den 70er Jahren entfachten Diskussion zur Messung der Wohlstandsentwicklung eines Landes. Hans-Jürgen Krupp und Wolfgang Zapf haben diese Diskussion angestoßen. Sie haben gemeinsam 1972 in einem Gutachten für den Sachverständigenrat darauf hingewiesen, daß das Bruttoinlandsprodukt im Besonderen sowie die Kenngrößen der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung (VGR) im Allgemeinen für die Messung der gesellschaftlichen Wohlfahrt nicht ausreichen bzw. wichtige Aspekte außer Acht lassen. (siehe:Krupp, H.-J. und Zapf, W. (1977), Die Rolle alternativer Wohlstandsindikatoren bei der Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung. Rat für Sozial- und Wirtschaftsdaten, Working Paper Nr. 171, Reprint des Gutachtens für den Sachverständigenrat vom September 1972: 2011) Sie entwarfen ein mehrdimensionales Konzept der Lebensqualität, in dem neben der VGR auch die individuellen Entwicklungsmöglichkeiten und die von Individuen wahrgenommenen Möglichkeiten der Bedürfnisbefriedigung in verschiedenen Lebensbereichen aufgenommen wird.Lebensqualität wird von den Autoren als „das von den Individuen wahrgenommene Ausmaß der Bedürfnisbefriedigung“ (1977, Reprint: 2011, S. 4) definiert. Damit wird das rein nationalökonomische Wachstums- und Wohlstandskonzept durch Kategorien der Soziologie und Politikwissenschaft ergänzt, in denen „Lebensqualität eine positive Zielvorstellung (darstellt), an der sich die Bemühungen ausrichten sollen, Leistungen und Defizite in den einzelnen Lebensbereichen sowie für unterschiedliche soziale Gruppen zu messen und zu bewerten“. (Krupp/Zapf, 1977, Reprint: 2011, S. 5) Damit werben die Autoren für eine umfassende Sozialberichterstattung, die das Erreichen von Wohlfahrtszielen in einer Gesellschaft mißt. Die Autoren erläutern das Konzept der Sozialen Indikatoren wie folgt: „Soziale Indikatoren sind Statistiken, die sich durch mehrere Eigenschaften von üblichen Statistiken unterscheiden. Sie sollen Leistungen messen, nicht Aufwendungen. Sie sollen sich vornehmlich auf die Wohlfahrt des Einzelnen und bestimmter sozialer Gruppen beziehen, nicht auf die Aktivitäten von Behörden; allerdings kann auf eine ganze Reihe von Aggregatgrößen nicht verzichtet werden.Sie sollen über Wandlungsprozesse informieren, d.h. in Form von Zeitreihen vorgelegt werden. Sie sollen in einem theoretischen Kontext stehen, d.h. über ihre kausale Beziehung zum ‚Indikatum‘ soll möglichst große Klarheit herrschen. (… )Soziale Indikatoren sind Statistiken, die häufig weit außerhalb der amtlichen Erhebungsprogramme liegen (…).“ (Krupp/ Zapf, 1977, S. 14) Das System Sozialer Indikatoren für stellt im Vergleich zu einer regierungsamtlichen Berichterstattung eine unabhängige Berichterstattung dar (vgl. Krupp/Zapf 1977, S. 7) und bezieht zusätzlich zu amtlichen Daten auch die Umfrageforschung mit ein. Das Indikatorensystem für Deutschland und anschließend für Europa wurde unter Heinz-Herbert Noll im früheren GESIS-ZUMA in Mannheim als Instrument für die gesellschaftliche Dauerbeobachtung konzipiert. Für die Datenzusammenstellung der definierten Indikatoren werden Quellen aus der amtlichen Statistik aber auch Daten aus großen Umfrageprogrammen herangezogen. Ziel ist die Bereitstellung von kontinuierlichen Zeitreihen. Die Daten der Datenbank SIMon (DISI = Deutsche Sozialindikatoren und EUSI = Europäische Sozialindikatoren) stehen für den freien Download zur Verfügung unter folgender Adresse:histat (https://histat.gesis.org/histat/)unter dem Thema ´SIMon: Social Indicators Monitor´(https://histat.gesis.org/histat/de/data/themes/36).
提供机构:
GESIS Data Archive
创建时间:
2018-01-10
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