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Der preußische Volksschulabsolvent als Reichstagswähler, die Reichstagwahlen von 1871 bis 1912.

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DataCite Commons2025-12-02 更新2025-04-15 收录
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https://search.gesis.org/research_data/ZA8482?doi=10.4232/1.10415
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Die vorliegende Studie von Monika Wölk schlägt eine Brücke zwischen bisher unverbunden nebeneinander stehenden Untersuchungsgebieten, zum einen der historischen Bildungsforschung und zum anderen der historischen Wahlforschung. „Der gewählte doppelte Forschungsansatz darf als pionierhaft bezeichnet werden, weil die Autorin einerseits von der Bildungsforschung her nach der Wirkungsgeschichte der Volksschule im politischen Raum fragt und sich dazu erstmals als meßbaren Indikator die überindividuell darstellbare Größe von ‚Schulgenerationen‘ als bildungsspezifisch geformte Altersgruppen der Bevölkerung mit einem je besonderen schulischen Erlebnishintergrund schafft; sie fragt andererseits von der Wahlforschung aus nach der Schulbildung dieser Bevölkerungseinheiten als Bestimmungsfaktor ihres späteren Wählerverhaltens und gewinnt so erstmals ein Instrument zur kollektiven Überprüfung des Erfolgs der politischen Intentionen vergangener Epochen der Schulpolitik. Indem sie beide Fragestellungen — „Welche politische Wahlentscheidung fällen die Schulabsolventen bestimmter ´Schulgenerationen‘? / Welche politische Volksschulbildung hatten die Reichstagswähler bestimmter ´Wählergenerationen´?“ — solcherart chiastisch aufeinander bezieht, eröffnet die Autorin zum ersten Mal die Möglichkeit, die Forschungsergebnisse zweier Unterdisziplinen der Geschichtswissenschaft füreinander nutzbar zu machen und zu verbinden“ (aus dem Vorwort von Otto Büsch, in: Wölk, a. a. O., S. VI). Die Autorin fragt im Sinne ihrer wahlhistorischen Fragestellung nach der Art der politischen Volksschulbildung als Determinante der späteren Wahlentscheidung von Generationen von Schulabsolventen. Sie beschäftigt sich zwar auch mit staatlicher Schulpolitik als grundlegendem Indikator der Entwicklung von Schulbildung als politischer Bildung, zielt aber auf die Wirkungsgeschichte der feststellbaren schulpolitischen Indoktrination, ablesbar an dem späteren staatsbürgerlichen Verhalten der Schulabsolventen als Wähler. Die Analyse des politischen Wahlverhaltens preußischer Volksschulabsolventen hat ihre Aufgliederung in Wählergruppen zur Voraussetzung, die sich auf die Phasen preußischer Schulpolitik im 19. Jahrhundert beziehen lassen. Die für die folgende Untersuchung gewählte Ordnungskategorie ´Schulgeneration´ bezeichnet in einem Begriff das methodische Vorgehen dieser historischen Wahlanalyse, das die altersspezifische Entscheidung einerseits wie die bildungsbedingte Entscheidung andererseits in einem Ansatz integriert. Dies bedeutet für die Konstituierung der Generationsgruppen der Reichstagswählerschaft, dass nur der spezielle Ausschnitt der Schulbildung, hier der Volksschulbildung relevant wird. Die im zweiten Kapitel dargestellte Entwicklung der politischen Bildung im 19. Jahrhundert wird speziell unter dem Aspekt einer möglichen Bedeutung für spätere politische Entscheidungen großer Bevölkerungsgruppen betrachtet, denn die ´Schulgenerationen´ sind gleichzeitig - und dem Erkenntnisinteresse der Studie entsprechend - primär ‚Wählergenerationen‘. Die einschlägige Schulpolitik des 19. Jahrhunderts wird daher in einer bewussten Auswahl einiger Untersuchungsbereiche analysiert. Darüber hinaus wird sie unter dem Raster einer für die Wahlanalyse grundlegenden Periodisierung ausgewertet, die dann im Schlussteil der Arbeit die Bestimmungszeiträume für die Erhebung von Daten der Bevölkerungsstatistik zum jeweiligen Zeitpunkt der dreizehn Reichstagswahlen des Kaiserreichs festsetzt. Die Autorin entwickelt im zweiten Kapitel aus chronologischen Gliederungsmomenten des schulgeschichtlichen Gesamtzusammenhangs des 19. Jahrhunderts schließlich sieben Zeitabschnitte, die zur Abgrenzung der ‚Schulgenerationen‘ geeignet sind: 1816 – 1840: „Reformzeit“; 1840 – 1847: „Vormärz“; 1847 – 1854: „Revolution“; 1854 – 1872: „Regulative“; 1872 – 1879: „Falk“; 1879 – 1892: „Puttkamer“; 1892 – 1896: „Bosse“. Ein zentraler Faktor der Vermittlung von schulpolitischen und pädagogischen Konzepten und konkreter Unterrichtssituation ist die Lehrerschaft. Nachdem im ersten Kapitel die Rahmenbedingungen des Unterrichts wie Richtlinien und Lehrmittel nach ´Schulgenerationen´ differenziert abgehandelt worden sind, führt das zweite Kapitel die Analyse der Volksschulzeiten preußischer Reichstagswähler durch eine Rekonstruktion der Lebens- und Arbeitsbedingungen wie der politischen Einstellungen der Lehrer dieser ´Schulgenerationen´ fort.Die Beschränkung des territorialen Untersuchungsbereichs auf die seit spätestens 1815 preußischen, überwiegend deutschsprachigen evangelischen Gebiete stellt die Basis für eine größere Homogenenität der überregional bestimmten ‚Schulgenerationen‘ her. Damit rücken die Provinzen Ostpreußen, Pommern, Schlesien, Brandenburg und Sachsen in den Mittelpunkt der bildungshistorischen Analyse preußischer Schulgenerationen und bilden im dritten, Kapitel den regionalen Rahmen für die Aggregatdatenuntersuchung von Schulbildung und Wählerverhalten. In diesem abschließenden Teil der Untersuchung werden die preußischen Volksschüler als Wahlberechtigte direkt zum Gegenstand der Analyse. Die erkenntnisleitende Fragestellung der ersten beiden Kapitel „Welche politisch relevante Volksschulbildung hatten die Angehörigen verschiedener ‚Schulgenerationen‘?“ verkehrt sich nun in ihr wahlgeschichtliches Pendant „Welche Wahlentscheidung fällten die schulgeschichtlich voneinander abgegrenzten Wählergenerationen?“ Die ‚Schulgenerationen‘ sind als Wählergenerationen Teilgruppen der Reichstagswählerschaft; beide bilden eine begriffliche und phänomenologische Einheit. Die Wahlverhaltensuntersuchung macht den Prozess des Eintritts in die Politik bei der Jungwählerschaft und die Effekte der Mortalitätsrate im generationsspezifischen Ansatz zum Instrumentarium der historischen Wahlanalyse. Der Untersuchungsansatz wurde von der Autorin in einer weiteren (Folge-) Studie wieder aufgegriffen und bis in die Weimarer Republik verfolgt (Monika Neugebauer-Wölk: Wählergenerationen in Preußen zwischen Kaiserreich und Republik, Reichstagswahlen von 1871 bis 1933; siehe GESIS Datenarchiv-Nr. ZA8473, in HISTAT). Datentabellen in HISTAT:A. Reichstagswahlen: Der Anteil der Schulgenerationen an der männlichen Bevölkerung über 25 Jahre in ausgewählten preußischen Regierungsbezirken (1871 – 1912)B. Reichstagswahlen: Anteil der ‚Schulgenerationsgruppen‘ an der männlichen Bevölkerung über 25 Jahre in ausgewählten preußischen Regierungsbezirken (1871 – 1912)B.01 Reichstagswahlen: Schulgenerationsgruppen nach Regierungsbezirken (1871-1912)B02 Reichstagswahlen: Schulgenerationsgruppen, Prozentuale Durchschnitte (1871 – 1912) B.03 Prozentualer Anteil der ‚Schulgenerationen‘ an der wahlberechtigten Bevölkerung in Preußen (1871-1912)B.04 Verteilung der Bevölkerung nach den hauptsächlichen Religionsbekenntnissen in Preußen (1871-1910)B.05 Stimmanteile der "reichstreuen" und "reichsfeindlichen" Parteien in 13 ausgewählten Regierungsbezirken (1871-1912)C. Ergebnisse der Wahlen zum Deutschen Reichstag 1871 – 1912 in ausgewählten preußischen Regierungsbezirken
提供机构:
GESIS Data Archive
创建时间:
2012-01-10
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