Bildungswissenschaftliches Wissen und der Erwerb professioneller Kompetenz in der Lehramtsausbildung (BilWiss)
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https://www.iqb.hu-berlin.de/fdz/studies?doi=10.5159/IQB_BilWiss_v1
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Diskussionen über die Verbesserung der Lehrerbildung thematisieren besonders häufig das Verhältnis zwischen Theorie und Praxis. Speziell die universitäre Ausbildung sei zu praxisfern und umfasse zu viele Inhalte, die für die spätere Berufsausübung irrelevant seien. Dieser Vorwurf betrifft neben dem fachwissenschaftlichen Anteil des Studiums vor allem den bildungswissenschaftlichen Anteil, der darüber hinaus als inhaltlich beliebig und wenig kumulativ wahrgenommen wird. Das Projekt „Bildungswissenschaftliches Wissen und der Erwerb professioneller Kompetenz bei Lehramtskandidaten (BilWiss)“, welches ein Verbundprojekt zwischen dem Max-Planck-Institut für Bildungsforschung (Prof. Dr. Jürgen Baumert), der Goethe-Universität Frankfurt (Prof. Dr. Mareike Kunter; Projektkoordinatorin), der Universität Duisburg-Essen (Prof. Dr. Detlev Leutner) und der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster (Prof. Dr. Ewald Terhart) ist, setzte an dieser Diskussion an. Das Projekt wurde finanziert im Rahmen des BMBF-Förderprogramms „Empirische Bildungsforschung in der Förderlinie „Entwicklung von Professionalität des pädagogischen Personals in Bildungseinrichtungen“ (ProPäda).
Ausgehend von psychologischen Theorien zum Wissenserwerb wird angenommen, dass die im Rahmen der universitären Ausbildung erworbenen wissenschaftlichen Inhalte eine grundlegende Bedingung für den späteren Kompetenzerwerb sind. Die Grundhypothese des Projekts lautete: Bildungswissenschaftliche Inhalte und Zusammenhänge stellen einen begrifflichen Rahmen dar, den Lehrkräfte benötigen, um Unterrichts- und Schulereignisse angemessen zu interpretieren, zu reflektieren und so für die eigene Kompetenzentwicklung zu nutzen. Zur Prüfung dieser Annahme wurde zuerst ein theoretisches Modell zu den bildungswissenschaftlichen Wissensinhalten, die zentrale Bestandteile des bildungswissenschaftlichen Studienelements sind, erstellt. Dieses Modell wurde zunächst auf der Basis von Dokumenten- und Curriculumsanalysen zu den Bildungswissenschaften in der Lehrerbildung entwickelt. In der darauf aufbauenden Delphi-Studie konnte von den Expert(inn)en der Lehrerbildung 104 bildungswissenschaftliche Themen ermittelt werden, welche übereinstimmend als hoch relevant für das spätere berufliche Handeln von Lehrkräften bewertet wurden. Diese Themensammlung war die Grundlage für die Entwicklung eines Messinstruments, das es erlauben soll, das konzeptuell-analytische Wissen von Lehramtsanwärter(inne)n (LAA) objektiv und direkt zu erfassen. Nach Pilotierungsstudien wurde die Hauptuntersuchung an allen Studienseminaren in Nordrhein-Westfalen (NRW) mit 3298 Universitätsabsolvent(inn)en durchgeführt, welche sich unmittelbar zu Beginn der zweiten Ausbildungsphase (genauer: des Vorbereitungsdienstes) befanden. Ein Teil der LAA aus der Hauptstudie (n=362) nahm im Rahmen der längsschnittlichen Untersuchung an einer Zwischenerhebung nach einem Jahr im Vorbereitungsdienst teil. Um die Validität des neu entwickelten Verfahrens zu überprüfen, wurde das Instrument in weiteren Erhebungen zusätzlich von anderen Personengruppen bearbeitet (z. B. Lehramtsstudierende im ersten Fachsemester, erfahrenen Lehrkräften, Absolvent(inn)en des Lehramtsstudiums sowie fachfremden Absolvent(inn)en).
提供机构:
IQB - Institute for Educational Quality Improvement
创建时间:
2015-02-20



