Familiärer Brust- und Eierstockkrebs (FBREK): Schulungsprogramm für nicht-ärztliches Personal in zertifizierten Brust- und gynäkologischen Krebszentren zur interdisziplinären Betreuung bei familiärem Risiko
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[0302] Familiärer Brust- und Eierstockkrebs (FBREK): Schulungsprogramm für nicht-ärztliches Personal in zertifizierten Brust- und gynäkologischen Krebszentren zur interdisziplinären Betreuung bei familiärem Risiko Natalie Herold1, Regina Wiedemann1, 2, Carolin Höckelmann3, Sascha Köpke3, Rita Katharina Schmutzler1, Kerstin Rhiem1 1Zentrum Familiärer Brust- und Eierstockkrebs, CIO, Medizinische Fakultät und Uniklinik Köln, Köln, Deutschland 2Fliedner Fachhochschule Düsseldorf, Düsseldorf, Deutschland 3Institut für Pflegewissenschaften, Universität zu Köln, Medizinische Fakultät und Uniklinik Köln, Köln, Deutschland Kernaussage: Das Deutsche Konsortium FBREK hat ein Schulungskonzept implementiert, das nicht-ärztliches Personal in zertifizierten Brust- und gynäkologischen Krebszentren befähigt, Menschen mit familiären Krebserkrankungen interdisziplinär kompetent zu betreuen. Hintergrund: Etwa ein Drittel der Patientinnen mit Brustkrebs, alle Männer mit Brustkrebs und Frauen mit epithelialem Eierstockkrebs unter 80 erfüllen die Einschlusskriterien für eine genetische Aufklärung und Untersuchung. Zur Identifikation dieser Personen in zertifizierten Brust- und gynäkologischen Krebszentren hat das Deutsche Konsortium Familiärer Brust- und Eierstockkrebs (FBREK) eine Checkliste entwickelt. Diese umfasst die persönliche onkologische und Familienanamnese. Das Ergebnis der genetischen Untersuchung wird in der Tumorkonferenz berücksichtigt und dient als Grundlage für personalisierte Therapie und Präventionsangebote. Zielsetzung: Nach Etablierung eines online basierten Curriculums für onkologisch tätige Ärzt*innen wurde ein Schulungsprogramm für nicht-ärztliches Personal entwickelt. Dies soll das interdisziplinäre Behandlungsteam weiter qualifizieren und bei der Aufklärung zur diagnostischen genetischen Untersuchung, Befundmitteilung und der Kommunikation klinischer Empfehlungen unterstützen. Methode: Das Schulungsprogramm bildet das Versorgungskonzept des DK-FBREK ab. Im Rahmen einer Vorher-Nachher-Studie wurde die Machbarkeit des Programms evaluiert (gepaarter zweiseitiger t-Test). Vorbereitend wurde ein Fokusgruppeninterview mit 10 Pflegefachpersonen durchgeführt. Ergebnisse: Die Ergebnisse der Fokusgruppe und das Versorgungskonzept bildeten die Grundlage für die inhaltliche und strukturelle Gestaltung des Schulungsprogramms. Dazu gehörten Aspekte wie eine maximale Teilnehmerzahl von 15 Personen, der Einsatz von Präsentationen, Gruppendiskussionen und Fallvorstellungen. Gewünschte Themenschwerpunkte waren genetische Grundlagen, personalisierte Prävention sowie administrative Prozesse zur Anforderung genetischer Untersuchungen. Insgesamt haben 69 Personen zwischen Juni 2020 und Dezember 2022 an einer der sechs Schulungen teilgenommen. 33 Teilnehmerinnen haben Evaluationsbögen zurückgesandt, davon 23 sowohl vor als auch nach der Schulung. Über 80% (n=27) waren zufrieden oder sehr zufrieden mit der Auswahl der Themen, der Präsentation der Schulungsinhalte und dem eigenen Erkenntnisgewinn. Die Inhalte wurden in Theorie- und Praxisteilen dargestellt und ebenfalls mit gut bis sehr gut bewertet (Schulnoten 1,6-1,7). Einen besonderen Wert schrieben die Teilnehmenden dem persönlichen Austausch sowie den Fallbeispielen zur Übertragung der theoretischen Inhalte in die Praxis zu. Teilnehmerinnen fühlten sich nach der Teilnahme signifikant sicherer im Gespräch mit Patient*innen (p=0,002). Als Anregung schlugen sie ein blended-learning Programm sowie eine Finanzierung der Schulung durch den Arbeitgeber vor. Implikation für Forschung und/oder (Versorgungs-)Praxis: Eine Schulung zum Einbezug von nicht-ärztlichem Personal wie spezialisierten Pflegefachpersonen in die Versorgung ist umsetzbar, ressourceneffizient und lässt einen zusätzlichen Nutzen für die Betroffenen erwarten. Die gewählten Themenfelder der Schulung orientieren sich am alltäglichen klinischen Bedarf. Die theoretischen Schulungen wurde sehr gut aufgenommen, insbesondere die Fallbeispiele. Der Theorieteil des blended-learning Programms wurde in den Online Teil des ärztlichen Curriculums integriert. Der Praxisteil zum Dokumentenflow wird als Einzelschulung angeboten. Das Basis- und Aufbaucurriculum ist für Interessierte über die ÄKWL verfügbar.



