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Das oberschlesische Eisenhüttenwesen als regionaler Wachstumssektor, 1741-1860

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DataCite Commons2025-12-02 更新2025-04-15 收录
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https://search.gesis.org/research_data/ZA8536?doi=10.4232/1.12255
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Gegenstand der Studie:Die Industrialisierung hat die Lebensweise der Menschen tiefgreifend verändert. Die Arbeit von Siemaszko leistet einen Beitrag zur Erforschung der Industrialisierung im 18. und 19. Jahrhundert aus der regionalen Perspektive. Im Zentrum steht die Region Oberschlesien, die zu jener Zeit eine der wichtigsten Wachstumsmotoren der deutschen Wirtschaft war, sowie der wichtigste Wirtschaftszweig dieser Region, das Eisenhüttenwesen. Es wird versucht, den technischen Wandel genauer zu betrachten. Hier kommt der Nutzung des Energieträgers Steinkohle für die industrielle Produktion eine besondere Bedeutung zu, da bisher Holzkohle für die Eisenproduktion eingesetzt wurde. Untersuchungsraum:Im Zentrum der Arbeit steht die wirtschaftliche Entwicklung Oberschlesiens. Oberschlesien war lange Zeit eine der drei wichtigsten Montanregionen Preußens und später des Deutschen Reichs. Damit war diese Region neben der Saarregion und dem Ruhrgebiet von zentraler Bedeutung für die frühe Phase der deutschen Industrialisierung. Erst in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts wurde Oberschlesien vom Ruhrgebiet überholt. Bereits Sidney Pollard hat darauf hingewiesen, dass die Industrialisierung ein regionales Phänomen war, die sich in kleineren, abgrenzbaren Regionen abspielte. Hieraus hat sich das Konzept der regionalen Industrialisierung entwickelt. Verschiedene Arbeiten haben bereits dieses Konzept als Basis für eigene Analysen herangezogen. Zu nennen sind unter anderem: • Banken, R.: Die Industrialisierung der Saarregion von 1815 bis 1914. 2 Bde. Stuttgart 2000: Franz Steiner Verlag. (GESIS Datenarchiv, Köln. histat. Studiennummer 8148. Datenfile Version 1.0.0) • Berger, A.: Die Industrialisierung im Hagener Raum zwischen 1815 und 1914. Dortmund 2009. (GESIS Datenarchiv, Köln. histat. Studiennummer 8517 Datenfile Version 1.0.0)• Kiesewetter, H.: Regionale Industrialisierung in Preußen im 19. Jahrhundert, in: Kaufhold, K.H./Sösemann, B. (Hrsg.), 1998: Wirtschaft, Wissenschaft und Bildung in Preußen. Stuttgart: Steiner, S. 91- 110. (GESIS Datenarchiv, Köln. histat. Studiennummer 8572. Datenfile Version 1.0.0)• Kiesewetter, H.: Industrielle Revolution in Deutschland. Regionen als Wachstumsmotoren. Stuttgart: Franz Steiner, 2004. (GESIS Datenarchiv, Köln. histat. Studiennummer 8575. Datenfile Version 1.0.0)• Pierenkemper, T., 2002: Die Industrialisierung Oberschlesiens im 19. Jahrhundert. In: Die Industrialisierung der europäischen Montanregionen im 19. Jahrhundert. Stuttgart: Franz Steiner Verlag, S. 151 - 178. (GESIS Datenarchiv, Köln. histat. Studiennummer 8261. Datenfile Version 1.0.0) Abgrenzung des Raums ‚Oberschlesien‘:Oberschlesien ist der preußische Teil einer größeren wirtschaftlichen Region. Unmittelbar hinter der preußischen Grenze entwickelte sich im Dąbrowa-Gebiet ebenfalls eine bedeutende Industrieregion. Zwischen diesem Gebiet und dem preußischen Oberschlesien gab es auch wirtschaftliche Verflechtungen. Aufgrund der unterschiedlichen Quellenlage wurde jedoch nur Oberschlesien, nicht aber das Dąbrowa-Gebiet für die Analyse herangezogen. Weiterhin wurde der Untersuchungsraum Oberschlesien weiter eingegrenzt in Beug auf die räumliche Verteilung des Eisenhüttenwesens. Da sich in der Arbeit auf die Herstellung der gewerblichen und industriellen Produktion von Roh- und Stabeisen (Stabeisen als Sammelbegriff für das Eisenbahnmaterial) konzentriert wird, hat dies zur Konsequenz, dass auch der Raum Oberschlesiens in den Untersuchungsfokus tritt, in dem Roh- und Stabeisen hergestellt wird. Neben der modernen Eisenindustrie wird auch das vormoderne Eisenhüttengewerbe berücksichtigt, das sowohl mit der Eisenindustrie konkurrierte als auch mit ihr verwoben war. Folglich wird auch die Fläche berücksichtigt, die das vormoderne Eisenhüttengewerbe beherbergt. Daher wird in dieser Arbeit zwischen einem engeren oberschlesischen Industriebezirk und der Region Oberschlesien unterschieden. Im engeren Industriebezirk konzentriert sich die moderne Eisenindustrie. Die Region Oberschlesien hingegen umfasst das gesamte Gebiet, das neben der Eisenindustrie auch das vormoderne Eisenhüttengewerbe beherbergte. Der engere Industriebezirk mit moderner Eisenindustrie umfasst somit die Orte:Antonienhütte, Beuthener Schwarzwald, Byttkow, Bobrek, Domb, Gleiwitz, Königshütte, Myslowitz, Ruda, Rudzinitz, Schientochlowitz, Siemianowitz-Laurahütte, Tarnowitz, Quarkhammer und Zabrze. Königshütte, Schwientochlowitz und Siemianowitz-Laurahütte stellen dabei einen Raum dar der als Kern der modernen Eisenindustrie in Oberschlesien betrachtet werden kann. In diesem Kern gelingt es bis 1856, die Steinkohlentechnik auf beiden Stufen der Eisenproduktion dauerhaft räumlich zusammenzuführen. Die Orte mit moderner Eisenindustrie befanden sich in folgenden Kreisen: der Hauptteil befand sich im Kreis Beuthen, der kleinere Teil im Kreis Tost-Gleiwitz. Unter der weiteren Region Oberschlesien wird in der vorliegenden Studie nur der Raum mit gewerblicher Produktion von Roh- und Stabeisen verstanden. Oberschlesien ist also nicht identisch mit dem Regierungsbezirk Oppeln, sondern umfasst nur einen Teil des Regierungsbezirks Oppeln. Es ist der geografische Teil, in dem Holzkohlenhochöfen, Frischfeuer und Zainhämmer und später auch Kokshochöfen und Puddel- und Walzwerke lokalisiert waren. Es handelt sich hier um folgenden Raum: Kreis Beuthen, Creutzburg, Cosel, Groß-Stehlitz, Lublinitz, Falkenberg, Rosenberg, Oppeln, Pleß, Rybnick und Tost-Gleiwitz. Untersuchungsgegenstand:Das Eisenhüttenwesen war einer der Schlüsselsektoren für die erste Industrialisierungsphase. Daher wird der Industrialisierungsprozess speziell in Hinblick auf die Entwicklung dieses Industriezweiges analysiert. Unter Eisenhüttenwesen versteht der Autor die gewerbliche und industrielle Herstellung von Roh- und Stabeisen. Roheisen war ein Vorprodukt, das aus den Eisenerzen erschmolzen wurde (=1. Stufe der Eisenproduktion). Dieses Zwischenprodukt musste, bevor es verkauft werden konnte, in einem weiteren Arbeitsgang zu Stabeisen weiterverarbeitet werden (=2. Stufe der Eisenproduktion). Stabeisen wird in dieser Arbeit als Sammelbegriff für zahlreiche Stabeisensorten und für das Eisenbahnmaterial verwendet. Vormodernes Eisenhüttengewerbe: Die Herstellung des Roheisens erfolgte in Hochöfen, die mit Holzkohle betrieben wurden. Die Weiterverarbeitung des Vorprodukts zu schmiedbarem Eisen erfolgte in Frischfeiern, an die Hämmer angegliedert waren, zu Stabeisen. Moderne Eisenindustrie: Das Roheisen wurde in Kokshochöfen erzeugt, die mit Steinkohle befeuert wurden. Die Herstellung des Stabeisens fand in modernen Puddel- und Walzwerken statt, auf denen das Roheisen mittels Steinkohle umgeschmolzen und zu Stabeisen und Eisenbahnmaterial ausgewalzt wurde. Im Zentrum der Studie steht der technische Wandel, d.h. einerseits die Verdrängung der vormodernen Holzkohlenhochöfen durch moderne Kokshochöfen, andererseits die Verdrängung der traditionellen Frischfeuer durch die fortschrittlichen Puddel- und Walzwerke. Untersuchungsperiode:Der zeitliche Rahmen, auf den sich die Studie konzentriert, ist die Zeit von 1741 bis 1860. 1741 wird Schlesien durch die preußische Monarchie erobert. 1860 wird als das Jahr für die Durchsetzung der modernen Technologie der Steinkohlebefeuerung und modernen Eisenherstellung herangezogen. Der erste oberschlesische Kokshochofen wurde 1769 in Betrieb genommen und löste eine erste kleine Modernisierungswelle aus. In der Zeit ab 1832 bekam der technische Wandel eine neue Qualität, so dass die entscheidenden technischen Veränderungen in der Zeit von 1832 bis 1860 stattfanden. Zu den Quellen:Es sind sowohl quantitative als auch qualitative Quellen ausgewertet worden. Es handelt sich dabei hauptsächlich um Archivmaterialien aus polnischen Staatsarchiven für die qualitative Auswertung, und um Akten des schlesischen Oberbergamtes in Breslau (OBB) und Kattowitz für die quantitative Auswertung. Datentabellen in HISTAT (Thema: Industrie): A. Grundzüge der Entwicklung des Eisenhüttenwesens: Produktion, Unternehmen, technische Entwicklung und geografische AusbreitungB. Einführung und Ausbreitung des Kokshochofens im privaten Sektor 1805-1860C. Entwicklung der privaten Puddlingswerke (Puddel- und Walzwerke) 1832-1856D. Entwicklung der Staatlichen Eisenhüttenwerke Oberschlesiens bis 1850E. Daten zu einzelnen Hochofenbetrieben – AnhangF. Daten zu einzelnen Puddelwerken – Anhang
提供机构:
GESIS Data Archive
创建时间:
2015-06-08
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