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Marktintegration der preußischen Wirtschaft im 19. Jahrhundert – Zur Fluktuation der Roggenpreise zwischen 1821 und 1865

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DataCite Commons2025-12-02 更新2025-04-15 收录
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https://search.gesis.org/research_data/ZA8229?doi=10.4232/1.8229
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Das Hauptinteresse der Untersuchung gilt der weithin vertretenen Hypothese, das 19. Jahrhundert sei das Jahrhundert der Integration gewesen. Fremdling und Hohorst knüpfen an die Analyse von Ernst Engel von 1861 zur lediglich preußischen Entwicklung der Getreidepreise an: Engel ging davon aus, dass den Eisenbahnen eine Verminderung der Preisdifferenzen - insbesondere zwischen den östlichen Überschuss- und den westlichen Defizitgebieten zuschreiben zu können. Engels stellte eine zunehmende Marktintegration in Preußen zwischen den 1820er und 1860er Jahren fest, und zwar entscheidend beschleunigt durch das neue Transportmedium Eisenbahn (Engel, E., Die Getreidepreise, die Ernteerträge und der Getreidehandel im preußischen Staate, in: Zeitschrift des Königlich Preußischen Statistischen Bureaus, 1 (1861), S. 249-289). Diese Hypothese wird von den Autoren in operationalisierter Formulierung anhand der Entwicklung der Roggenpreise in 65 preußischen Städten überprüft. Zusammenfassung der Ergebnisse:(1) Es kann eine starke Fluktuation ohne erkennbaren Trend festgestellt werden.(2) Obwohl sich einige Sonderbewegungen für einige Jahre feststellen lassen, scheinen in der gesamten Betrachtungsperiode alle Marktorte den gleichen zyklischen Schwankungen zu folgen.(3) In der Regel ist ein deutliches West-Ost-Gefälle erkennbar, d.h. von West nach Ost sinken die Preise. Dies entspricht den erwarteten Beziehungen zwischen Nachfrage und Angebot (örtliche Ernte plus Zufuhr und Abfuhr).(4) Nicht erkennbar ist, ob es im Zeitverlauf zu einer Verringerung der Preisdifferenzen kam, d.h. eine zunehmende Marktintegration, insbesondere wegen der Ausbreitung der Eisenbahnen, feststellbar ist.Die Anwendung statistischer Methoden (Variationskoeffizienten, Korrelations- und Regressionsanalyse, Spektralanalyse) führte die Verfasser zu folgendem Fazit:Eine wachsende Integration der Roggenmärkte 1821-1865 in Preußen bleibt schon deswegen eine bestechende Hypothese, weil die Chancen einer operationalen Formulierung denkbar gut sind. Dass wir bisher nur in der zeitlichen Entwicklung des Variationskoeffizienten ein relativ schwaches empirisches Pro-Argument fanden, kann u. a. am Stand der Untersuchung liegen, der schon deswegen nicht weit genug fortgeschritten erscheint, weil u. a. noch keine bivariaten Spektralanalysen durchgeführt werden konnten; es bleibt freilich beachtenswert, daß das Gros der Indizien für einen in dieser Zeit bereits vorhandenen hohen Integrationsgrad sprach. Roggenexporte und etwaige Binnenmarkteffekte der Zollvereinsgründung sind nicht untersucht worden. Vieles spricht jedoch für die Vermutung, daß ein integrierter Roggenmarkt - auch? - in Preußen schon lange Zeit vor der von uns untersuchten Periode entstanden ist, eine Zunahme dieser Marktintegration - wie von Engel und Sax behauptet - allerdings zwischen 1821 und 1865 kaum nachweisbar erscheint (Fremdling/Hohorst, a.a.O., 79). Tabellen in der ZA-Datenbank HISTAT:Roggenpreise in ausgewählten Städten (1821-1865)Roggenpreise von maximal 65 preußischen Marktstädten (1821-1865) Zeitreihen sind online downloadbar über HISTAT (www.histat.gesis.org).
提供机构:
GESIS Data Archive
创建时间:
2012-01-10
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