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Teilhabeplanverfahren in der Praxis

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GESIS Data Catalogue2026-08-04 收录
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Ausgangspunkt der Studie ist die Frage, wie Menschen mit Behinderung ihre Beteiligung am Teilhabeplanverfahren nach dem Bundesteilhabegesetz (BTHG) erleben und welche Hürden sie im Zugang zu Teilhabeleistungen wahrnehmen. Die vorliegende Studie setzt an der Forschungslücke an, dass die Perspektive der Leistungsberechtigten im bisherigen Forschungsstand nur begrenzt berücksichtigt wird, und stellt Menschen mit Behinderung in den Mittelpunkt der Analyse. Für die quantitative Erhebung wurden in Phase 1 der Studie 537 Mitglieder der Teilhabe-Community zum Teilhabeplanverfahren und dem BTHG befragt. Von den 537 Befragungs-Teilnehmer*innen haben 68 Personen ein Teilhabeplanverfahren durchlaufen. Mit zwölf Befragten aus dieser Teilgruppe wurden ergänzend leitfadenbasierte Video-Einzelinterviews durchgeführt. In Phase 2 der Studie wurden 466 Mitglieder der Teilhabe-Community zum Thema EUTB und anderen Beratungsformen befragt. Die Teilhabe-Community ist ein Online-Befragungspanel für Menschen mit Beeinträchtigung. Betrieben wird das Panel vom Meinungsforschungsinstitut Ipsos in Kooperation mit der Aktion Mensch. Die beiden Teile der Online-Befragung wurden in möglichst einfacher Sprache durchgeführt. Die Studie zeigt, dass das Teilhabeplanverfahren nur von einem kleinen Teil der Leistungsberechtigten genutzt wird. Für die Mehrheit bleibt das Verfahren abstrakt oder unbekannt. Ein zentrales Ergebnis ist die geringe Bekanntheit des Verfahrens. Viele Befragte wissen weder um ihr Recht auf ein Teilhabeplanverfahren noch um bestehende Beratungsangebote wie die Ergänzende Unabhängige Teilhabeberatung (EUTB). Fehlende Aufklärung, komplexe Begrifflichkeiten und seine geringe mediale Sichtbarkeit tragen dazu bei, dass das Verfahren kaum im Alltag der Menschen ankommt. Der Zugang zum Verfahren ist zudem stark ressourcenabhängig. Verfahrens-Erfahrene verfügen häufiger über finanzielle Mittel, soziale Unterstützung, Zeit oder Eigenschaften wie Eigeninitiative, Ausdauer und Resilienz. Das Verfahren erreicht damit eher Leistungsberechtigte, die informiert, durchsetzungsfähig oder (professionell) unterstützt sind. Gleichzeitig wird das Instrument von jenen, die es kennen, vielfach positiv bewertet. In den Interviews berichten einige, dass das Durchlaufen eines Verfahrens zu Selbstreflexion, gestärktem Selbstbewusstsein und mehr Wissen über eigene Bedarfe geführt habe. Ein Teilhabeplanverfahren kann somit Empowerment fördern – auch dann, wenn es nicht zu allen benötigten Leistungen führt. Allerdings wird auch deutlich, dass nicht-erfolgreiche Verfahren das Gefühl von Ohnmacht verstärken können. In der Bewertung zeigen sich geschlechtsspezifische Unterschiede: Frauen scheinen häufiger negative Erfahrungen mit dem Verfahren zu machen, während vor allem erwerbstätige, gut verdienende Männer tendenziell stärker von ihm profitieren. Damit spiegeln sich auch im Teilhabeplanverfahren intersektionale Ungleichheiten wider. Die Ergebnisse verdeutlichen, dass das Teilhabeplanverfahren sein Potenzial bislang nicht entfaltet. Ausgangspunkt der Studie ist die Frage, wie Menschen mit Behinderung ihre Beteiligung am Teilhabeplanverfahren nach dem Bundesteilhabegesetz (BTHG) erleben und welche Hürden sie im Zugang zu Teilhabeleistungen wahrnehmen. Die vorliegende Studie setzt an der Forschungslücke an, dass die Perspektive der Leistungsberechtigten im bisherigen Forschungsstand nur begrenzt berücksichtigt wird, und stellt Menschen mit Behinderung in den Mittelpunkt der Analyse. Für die quantitative Erhebung wurden in Phase 1 der Studie 537 Mitglieder der Teilhabe-Community zum Teilhabeplanverfahren und dem BTHG befragt. Von den 537 Befragungs-Teilnehmer*innen haben 68 Personen ein Teilhabeplanverfahren durchlaufen. Mit zwölf Befragten aus dieser Teilgruppe wurden ergänzend leitfadenbasierte Video-Einzelinterviews durchgeführt. In Phase 2 der Studie wurden 466 Mitglieder der Teilhabe-Community zum Thema EUTB und anderen Beratungsformen befragt. Die Teilhabe-Community ist ein Online-Befragungspanel für Menschen mit Beeinträchtigung. Betrieben wird das Panel vom Meinungsforschungsinstitut Ipsos in Kooperation mit der Aktion Mensch. Die beiden Teile der Online-Befragung wurden in möglichst einfacher Sprache durchgeführt. Die Studie zeigt, dass das Teilhabeplanverfahren nur von einem kleinen Teil der Leistungsberechtigten genutzt wird. Für die Mehrheit bleibt das Verfahren abstrakt oder unbekannt. Ein zentrales Ergebnis ist die geringe Bekanntheit des Verfahrens. Viele Befragte wissen weder um ihr Recht auf ein Teilhabeplanverfahren noch um bestehende Beratungsangebote wie die Ergänzende Unabhängige Teilhabeberatung (EUTB). Fehlende Aufklärung, komplexe Begrifflichkeiten und seine geringe mediale Sichtbarkeit tragen dazu bei, dass das Verfahren kaum im Alltag der Menschen ankommt. Der Zugang zum Verfahren ist zudem stark ressourcenabhängig. Verfahrens-Erfahrene verfügen häufiger über finanzielle Mittel, soziale Unterstützung, Zeit oder Eigenschaften wie Eigeninitiative, Ausdauer und Resilienz. Das Verfahren erreicht damit eher Leistungsberechtigte, die informiert, durchsetzungsfähig oder (professionell) unterstützt sind. Gleichzeitig wird das Instrument von jenen, die es kennen, vielfach positiv bewertet. In den Interviews berichten einige, dass das Durchlaufen eines Verfahrens zu Selbstreflexion, gestärktem Selbstbewusstsein und mehr Wissen über eigene Bedarfe geführt habe. Ein Teilhabeplanverfahren kann somit Empowerment fördern – auch dann, wenn es nicht zu allen benötigten Leistungen führt. Allerdings wird auch deutlich, dass nicht-erfolgreiche Verfahren das Gefühl von Ohnmacht verstärken können. In der Bewertung zeigen sich geschlechtsspezifische Unterschiede: Frauen scheinen häufiger negative Erfahrungen mit dem Verfahren zu machen, während vor allem erwerbstätige, gut verdienende Männer tendenziell stärker von ihm profitieren. Damit spiegeln sich auch im Teilhabeplanverfahren intersektionale Ungleichheiten wider. Die Ergebnisse verdeutlichen, dass das Teilhabeplanverfahren sein Potenzial bislang nicht entfaltet.

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