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»Naja, ist ja per se keine Krankheit« »Oh well, it’s not an illness per se«

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PsychArchives2024-06-26 更新2026-04-25 收录
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https://hdl.handle.net/20.500.12034/10259
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Ausgangspunkt dieses Beitrags ist das Ungleichgewicht zwischen der Mehrheit von Frauen unter den Studierenden der Medizin und der Minderheit von Ärztinnen in leitenden Positionen. In der Literatur im Themenbereich wird als Hauptgrund hierfür die Unvereinbarkeit von ärztlichen Karrieren im engeren Sinne und Familie diskutiert, die nach wie vor Frauen stärker betrifft als Männer. Wir zeigen anhand qualitativer Interviews und einer psychoanalytisch orientierten Auswertung im Rahmen der KarMed-Studie, wie auch »selbstgewählte« Ausstiege Ergebnis von nachträglicher Umdeutung nach erfahrener Diskriminierung sein können. Über die Interviews mit Ärztinnen hinweg, die Karrierebrüche in Folge ihrer Mutterschaft berichten, entzünden sich bereits an der Schwangerschaft Konflikte mit den Vorgesetzten. In einer komparativen Fallstudie zeigen wir, wie sich tradierte Bilder von Weiblichkeit und Mutterschaft erst im Kontext von beruflichen Abhängigkeitsbeziehungen in Kliniken durchsetzen. Im Verlauf realisieren sich solche tradierten Muster schließlich in den (Re-) Aktionen der Beteiligten und den beruflichen Beziehungen sowie den Paarbeziehungen. Im Extremfall geht die Diskriminierung mit der (Re-) Internalisierung eines polarisierten Frauen-/Mutterbildes einher und mit der schrittweisen Legitimation und Naturalisierung von traditioneller Rollenverteilung. Was hier am »Extremfall« sichtbar wird, vermag aber ebenfalls Licht auf die anderen Karrierebrüche innerhalb der Abhängigkeitsstrukturen an den Universitätskliniken werfen. Der Karriereausstieg wird zum Weg aus einem Konfliktfeld innerhalb beruflicher Abhängigkeitsbeziehungen, indem er zum Ergebnis der eigenen Entscheidung und somit zum Symbol von Autonomie und Unabhängigkeit gegenüber der Abhängigenposition in der Klinik wird. Within Germany there exists a gender gap in professional relations of the medical fields. Whereas the majority of medical students are women, they are still highly underrepresented in leading positions. Research has indicated, that the incompatibility of medical careers and family life is considered a main factor contributing to this imbalance. By means of qualitative interviews and psychoanalytically oriented methods, in our study we investigate this gender gap psychosocially. Specifically, we explore how the mothers’ ‘opting’ out of a university hospital career results from reinterpretations of their career choice following discriminating experiences. In our interviews, the women doctors, who, as mothers, ‘opted out’ of their careers or interrupted them, frequently describe conflicts with their superiors, when they reported being pregnant. Our comparative case study shows, how transmitted traditional ideas of motherhood and femininity become dominant only in the context of professional dependency relations. Those patterns are successively (re)produced by the medical doctors, their superiors and in the family relationships. In an ‘extreme’ case, discrimination entails the (re)internalization of a polarized image of ‘mother/woman’ between the poles of idealization and devaluation, which leads to legitimizing and naturalizing of traditional gender roles. However, what is brought to light by the single case study, might also illuminate other career breaks framed by structures of dependency in university hospitals. ‘Opting out’ can symbolize independence and autonomy while coping with conflicts resulting from dependency relations and discrimination. peerReviewed publishedVersion
提供机构:
Psychosozial-Verlag
创建时间:
2024-06-26
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