Charakterisierung der Versorgung von Menschen mit Demenz in Deutschland auf der Basis von GKV-Daten – Schwerpunkt: Inanspruchnahme von Leistungen der Pflegeversicherung im Kontext des Erkrankungsverlaufs (Care-Dem Studie)
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Charakterisierung der Versorgung von Menschen mit Demenz in Deutschland auf der Basis von GKV-Daten – Schwerpunkt: Inanspruchnahme von Leistungen der Pflegeversicherung im Kontext des Erkrankungsverlaufs (Care-Dem Studie) Jana Petersen1, Melanie Klein2, Oliver Ferber2, Adina Dreier-Wolfgramm1 1Hochschule für Angewandte Wissenschaften (HAW) Hamburg, Fakultät Wirtschaft und Soziales, Dept. Pflege und Management, Hamburg, Deutschland, 2DAK-Gesundheit, Versorgungsforschung und -entwicklung, Hamburg, Deutschland Hintergrund: In Deutschland sind über 1,8 Millionen Menschen von Demenz (MmD) betroffen. 2021 erkrankten etwa 440.000 Menschen im Alter von ≥65 Jahren an Demenz. Die Mehrheit der Betroffenen wird zu Hause betreut, wobei pflegende Angehörige und ambulante Dienste die Hauptlast tragen. Der fortschreitende Verlauf der Krankheit führt zu einem steigenden Versorgungsbedarf, der sowohl körperliche als auch psychische Belastungen für die Angehörigen verursacht. Aus diesem Grund sind multimodale Unterstützungsangebote erforderlich, die gezielt auf die spezifischen Versorgungsbedarfe der Angehörigen und der MmD abgestimmt sind, um eine adäquate und nachhaltige Versorgung sicherzustellen. Zielsetzung: Ziel des Projekts ist es, die Versorgungssituation von MmD anhand von GKV-Daten der DAK-Gesundheit zu beschreiben und die in Anspruch genommenen Versorgungsleistungen zu analysieren. Es wird untersucht, welche Pflege- und Krankenhausleistungen, Arzneimittel, Heil- und Hilfsmittel in Anspruch genommen werden und, welche Diagnosen in der ambulant-ärztlichen Versorgung codiert werden, insbesondere im Verlauf der Erkrankung und im letzten Lebensabschnitt. Unterschiede in der Versorgung nach Pflegegrad, Geschlecht, Alter und Regionalität sollen identifiziert werden, um Versorgungslücken aufzudecken. Die Ergebnisse sollen in einem anschließenden Projektvorhaben für die Entwicklung einer datenbasierten digitalen Demenzsprechsprechstunde für pflegenden Angehörige von MmD genutzt werden. Methode: In der quantitativen Beobachtungsstudie wird eine Sekundäranalyse von GKV-Daten der DAK-Gesundheit aus den Jahren 2019 bis 2023 durchgeführt. Die Kohorte umfasst Versicherte mit einer Demenzdiagnose und einem Alter von ≥65 Jahren im o.g. Zeitraum. Die Analyse beinhaltet deskriptive Statistiken zur Nutzung von Versorgungsleistungen und den Vergleich von Versorgungsmustern im Verlauf der Demenz. Unterschiede werden nach Pflegegrad, Komorbidität und Region untersucht, und Zusammenhänge werden mittels Regressionsmodellen analysiert. Ergebnisse: Erste Ergebnisse werden im Herbst 2025 erwartet. Sie sollen Einblicke in die Nutzung der Versorgungsstrukturen und -leistungen von MmD, insbesondere im letzten Lebensabschnitt, geben. Es wird erwartet, dass die Inanspruchnahme der Versorgungsleistungen im Verlauf der Erkrankung ansteigt und regionale, alters- sowie geschlechtsspezifische Unterschiede existieren. Auch Unterschiede je nach Demenzform, Komorbidität und Pflegegrad sind zu erwarten. Diese Ergebnisse sollen als Grundlage für die Entwicklung einer digitalen Demenzsprechstunde dienen und helfen, bestehende Versorgungslücken zu adressieren. Implikationen für Forschung und Praxis: Die Ergebnisse des Projekts liefern wichtige Informationen zur Verbesserung der Demenzversorgung und zur Entwicklung von Unterstützungsangeboten für pflegende Angehörige. Insbesondere die Identifikation von Versorgungslücken und die Analyse der Versorgungsinanspruchnahme ermöglichen eine zielgerichtete Anpassung digitaler Demenzsprechstunden.



