Thüringen-Monitor 2000-2020
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https://search.gesis.org/research_data/ZA6345?doi=10.4232/1.13811
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资源简介:
Der Thüringen-Monitor ist eine seit 2000 jährlich stattfindende repräsentative Bevölkerungsbefragung zur politischen Kultur im Freistaat Thüringen mit festen und wechselnden Fragenkomplexen. Der Thüringen-Monitor wird von der Thüringer Staatskanzlei (Erfurt) in Auftrag gegeben. Ein besonderer Fokus liegt auf der Erforschung rechtsextremer Einstellungen, der Demokratieakzeptanz, der Demokratiezufriedenheit und dem Institutionenvertrauen der Thüringer Bevölkerung. Grundgesamtheit ist die wahlberechtigte Bevölkerung des Freistaats Thüringen. Bis 2020 wurden im Trend-Design von wechselnden Befragungsinstituten insgesamt 20 Befragungswellen mit jeweils min. 1.000 Befragten durchgeführt (CATI, Stichprobenziehung nach dem Gabler-Häder-Design). 2009 fand keine Befragung statt. Die Daten wurden ab 2012 nach Angaben des Thüringer Landesamtes für Statistik bezüglich des Alters, des Geschlechts, der Bildung und der Haushaltsgröße gewichtet (IPF-Gewichtung).
Im Thüringen-Monitor wurden von 2000 bis 2020 insgesamt 1.339 verschiedene Variablen erhoben, die sich den folgenden Kategorien zuordnen lassen: 1 Deprivation/Anomie/Zufriedenheit 2 Thüringen/Identität/Deutsche Einheit 3 Politik/Demokratie/Institutionen/Akteure 4 Rechtsextremismus/Einstellung zu Migration/Minderheiten 5 DDR/Sozialismus 6 Sozialstaat/Marktwirtschaft/Ökologie 7 Gesellschaftliche Probleme 8 Werte 9 Familie/Erziehung und Bildung/Generationenbeziehungen 10 Internationalisierung/Europäisierung/kulturelle Kompetenz 11 Gesundheit und Pflege 12 Covid-19 Pandemie
Soziodemographie: Alter (Geburtsjahr); Geschlecht; berufliche Stellung; Dauer der Arbeitslosigkeit (in Monaten); Arbeitslosigkeit länger als sechs Monate seit der Wende; Beschäftigung im öffentlichen Dienst; Berufstätigkeit; hauptberuflich ausgeübte Tätigkeit; höchster Bildungsabschluss des Befragten; höchster Bildungsabschluss der Eltern; Bildung des Partners bzw. der Partnerin sowie Tätigkeit; vor Oktober 1989 Bürger der DDR; Anzahl der Enkelkinder; Familienstand; Geburtsort; Haushaltsnettoeinkommen; Haushaltszusammensetzung: Anzahl der Kinder unter 18 (2000: unter 16) Jahren im Haushalt; Anzahl der Personen im Haushalt insgesamt; Anzahl Personen im Haushalt ab 18 Jahren; Haushaltsgröße (gruppiert); Anzahl der Kinder außerhalb des Haushalts; Kinder besuchen derzeit Kindertageseinrichtung, Schule, (Fach-)Hochschule; Anzahl eigene Kinder insgesamt; Anzahl Wunschkinder; Anzahl der Kinder in der Schule; Anzahl der Kinder unter 6 Jahren; Kirchgangshäufigkeit; feste Partnerschaft; Zusammenleben mit Partner/in; Konfession; Wohnsituation; Sicherheit des Arbeitsplatzes; Sozialisation (Ost/West/Ausland); Wohnstatus; Anzahl der Telefonnummern im Haushalt.
Zusätzlich verkodet wurde: Welle (Erhebungsjahr); Interviewnummer; Personengewicht; Quotengruppen Geschlecht und Alter für IPF-Gewichtung ab 2012; Zufallsvariablen (2013, 2014); Beantwortung offene Frage und Fragereihenfolge (2015); durchschnittlicher Bevölkerungsanteil Kreis 2005 bis 2009; Freiheitskonsistenz; Ortsgrößenklasse; Wohnortgröße; wahrgenommene Responsivität sonstige öffentliche rechtsextreme Aktivitäten (Anteil Kreis an Gesamtzahl Thüringen und Anzahl Vorkommnisse im Kreis); mutmaßliche rechtsextreme Straftaten (Anteil Kreis an Gesamtzahl Thüringen und Anzahl Vorkommnisse im Kreis).
Die Messreihe zu rechtsextremen Einstellungen basiert auf zehn Zustimmungsitems (mit vierstufigen Antwortskalen) und beginnt 2001. Sie erfasst nach der Konsensdefinition des Rechtsextremismus die Einstellungsdimensionen Fremdenfeindlichkeit, Nationalismus/Chauvinismus, Sozialdarwinismus, Verharmlosung des Nationalsozialismus, Antisemitismus sowie die Befürwortung einer rechten Diktatur (vgl. Heinrich Best / Katja Salomo (2014): Güte und Reichweite der Messung des Rechtsextremismus im THÜRINGEN-MONITOR 2000 bis 2014. Expertise für die Thüringer Staatskanzlei. Erfurt.)
Welle 2000:
Zustimmung zu verschiedenen Aussagen: Thüringen braucht den Vergleich mit vielen westdeutschen Bundesländern nicht zu scheuen; die wirtschaftliche Lage in Thüringen ist besser als in anderen ostdeutschen Bundesländern; Identität als Thüringer, als Ostdeutscher, als Deutscher oder als Europäer; Beurteilung der wirtschaftlichen Lage in Thüringen und der eigenen finanziellen Situation; gerechter Anteil am Lebensstandard im Vergleich mit anderen in Deutschland; Überwiegen von Vorteilen oder Nachteilen der deutschen Einheit; persönlich erfahrene Benachteiligung aufgrund der ostdeutschen Herkunft; Präferenz Freiheit vs. Gleichheit bzw. Freiheit vs. Sicherheit.
Politik und Gesellschaft: Links-Rechts-Selbsteinstufung; Politikinteresse; Demokratie als beste aller Staatsideen; Demokratiezufriedenheit; Institutionenvertrauen (Bundesregierung, Landesregierung, Gerichte, Polizei, Ärzten, Krankenschwestern und Pflegern); Überfremdung durch viele Ausländer; kann politische Fragen gut verstehen und einschätzen; Zustimmung zu verschiedenen Aussagen: die Ausländer kommen nur hierher, um unseren Sozialstaat auszunutzen; es gibt wertvolles und unwertes Leben; Ausländer sollten grundsätzlich ihre Ehepartner unter den eigenen Landsleuten auswählen; unser Land braucht ein hartes und energisches Durchsetzen deutscher Interessen gegenüber dem Ausland; im nationalen Interesse ist unter bestimmten Umständen eine Diktatur die bessere Staatsform; Leute wie ich haben so oder so keinen Einfluss darauf, was die Regierung tut (Political Efficacy); Parteien wollen nur die Stimmen der Wähler, ihre Ansichten interessieren sie nicht; heute ändert sich alles so schnell, dass ich oft nicht weiß, woran ich mich halten soll (Anomie); Kriminalitätsfurcht; Abstiegsangst; Lebenszufriedenheit; manche Gruppen von Menschen sind anderen einfach überlegen; um im Leben voranzukommen, muss man sich über andere hinwegsetzen; Wunsch nach Rückkehr zur sozialistischen Ordnung; Juden versuchen heute Vorteile daraus zu ziehen, dass sie während der Nazi-Zeit die Opfer gewesen sind; zukünftig den Wertvorstellungen und Maßstäben anderer Kulturen stärker öffnen; die meisten Flüchtlinge und Asylsuchenden sind aufgrund ihrer Kultur gar nicht in Deutschland integrierbar; Zuwanderer sollten ihren Lebensstil beibehalten dürfen; Frauen sollten sich wieder mehr auf die Rolle der Ehefrau und Mutter besinnen; mit dem Begriff Heimat verbundene Assoziationen; Wichtigkeit von Heimat; Verbundenheit mit der Gemeinde, mit der Region, mit Thüringen, mit Deutschland und mit Europa; Region; Wichtigkeit verschiedener Aspekte für eine Identität als Thüringer (in Thüringen geboren zu sein, mindestens ein Thüringer Elternteil zu haben, sich als Thüringer zu fühlen, der Teilnahme am politischen Leben in Thüringen, in Thüringen aufgewachsen zu sein, lange in Thüringen gelebt zu haben, einen der Thüringer Dialekte zu sprechen, Thüringer Traditionen zu pflegen); Beurteilung der Umgebung im Hinblick auf: Berufsaussichten, Bildungsangebote, Freizeit- und Kulturangebote, Umweltbedingungen, Lebensbedingungen, Einkaufsmöglichkeiten, öffentlichen Nahverkehr, Versorgung mit Ärzten und Pflegeeinrichtungen, Erreichbarkeit von Behörden, Kinderbetreuungseinrichtungen und Schulen, Internetzugang, öffentliche Sicherheit; Bereitschaft zur Erledigung von Behördenangelegenheiten per Internet; Zukunft der eigenen Region; Rettung der Umwelt nur bei weniger Konsum; Vorrang für Wirtschaftswachstum, außer, wenn die Umwelt dabei Schaden nimmt; um die Umwelt zu schonen, sollte auf das eigene Auto verzichtet werden; Meinung zu Maßnahmen im Zuge einer klimafreundlichen Energiepolitik; generell dafür oder dagegen, gezielt Arbeitskräfte im Ausland anzuwerben; Einschätzung des Zusammenlebens von Menschen unterschiedlicher Herkunft, Religionen und Kulturen in Thüringen; persönlicher Kontakt zu Flüchtlingen oder Asylsuchenden; Empfindungen bei der persönlichen Begegnung mit Flüchtlingen; Gefühl der Störung durch den Bau von Moscheen in der Nachbarschaft; Gefühl der Störung wenn muslimische Frauen in der Öffentlichkeit Kopftuch tragen; Parteineigung; Stärke der Parteineigung; politische Partizipation: an einen Politiker wenden, Teilnahme an einer Unterschriftenaktion, Mitarbeit in einer politischen Partei bzw. Bürgerinitiative, Teilnahme an einer Demonstration, für eigene Ziele kämpfen auch mit Gewaltanwendung; Bereitschaft zu ehrenamtlichem Engagement; Überfremdung Thüringens durch die vielen Ausländer; bei der Politik, die Israel macht, kann ich gut verstehen, dass man etwas gegen Juden hat; die meisten Arbeitslosen machen sich auf Kosten der Anderen ein schönes Leben; in diesen Zeiten brauchen wir unbedingt eine starke Hand; von den eigenen Kindern Gehorsam und Disziplin verlangen um sie zu anständigen Bürgern zu erziehen, Einstellung gegenüber Muslimen (die meisten Muslime akzeptieren unsere im Grundgesetz festgeschriebenen Werte, stellen zu viele Forderungen, Muslimen sollte die Zuwanderung nach Deutschland untersagt werden); bei der Prüfung von Asylanträgen sollte der Staat großzügig sein; der Nationalsozialismus hatte auch seine guten Seiten; deutsche Leistungen größer als die anderer Völker; Recht des Stärkeren auch in der Gesellschaft; die meisten Asylbewerber befürchten nicht wirklich in ihrem Heimatland verfolgt zu werden; in unserer Demokratie werden die Anliegen der Menschen nicht mehr wirksam vertreten; es sollte mehr für die Mehrheit im Land getan werden als sich um Minderheiten zu kümmern; wir sollten uns wieder mehr auf unsere Traditionen besinnen; Westdeutsche behandeln Ostdeutsche als Menschen zweiter Klasse; DDR hatte mehr gute als schlechte Seiten; Juden haben etwas Besonderes und Eigentümliches an sich und passen nicht so recht zu uns; gesellschaftlicher Zusammenhalt in Deutschland ist gefährdet; Rückführung aller Flüchtlinge und Asylsuchenden in ihre Heimatländer, sobald Krieg und Verfolgung beendet sind; verpflichtende Teilnahme an Integrations- und Sprachkursen für alle Flüchtlinge und Asylsuchenden; wer schon immer hier lebt, sollte mehr Rechte haben als später Zugezogene; Wohnumgebung durch die vielen Ausländer überfremdet.
Demographie: Alter (Geburtsjahr); Familienstand; Berufstätigkeit; Sozialisation Ost/ West; berufliche Stellung; Beschäftigung im öffentlichen Dienst; Sicherheit des Arbeitsplatzes; Bildung; Haushaltsgröße; Anzahl Kinder insgesamt; Anzahl der Kinder unter 18 Jahren; Religionsgemeinschaft; Migrationshintergrund; Zuzug nach Thüringen aus einem anderen Bundesland oder aus dem Ausland; Wegzugsabsicht; Nettoeinkommen.
Welle 2019:
Gesundheit: Zufriedenheit mit der medizinischen Versorgung in Deutschland und in Thüringen; Zufriedenheit mit den Leistungen der Krankenkasse; Zufriedenheit mit der Gesundheitsversorgung in der näheren Umgebung in Bezug auf: Hausärzte, Fachärzte, Erreichbarkeit des nächsten Krankenhauses, Versorgung mit Psychotherapeuten, Apotheken, ambulanten Pflegediensten, Einrichtungen der Gesundheitsberatung, Versorgung mit Hebammen und Geburtshäusern, Wartezeit auf einen Termin bei Fachärzten; Versorgungslücken oder andere Probleme im Bereich der Gesundheitsversorgung (offen); Meinung zum Berufsbild der Versorgungsassistenz in der Hausarztpraxis; Beurteilung der persönlichen finanziellen Belastungen durch medizinische Behandlungen und Medikamente; Einschätzung der Maßnahmen zum Erhalt und zur Förderung der Gesundheit am eigenen Arbeitsplatz; Einstellung zur Organspende; Blutspender.
Pflege: Beurteilung der persönlichen finanziellen Belastung durch Pflege; Einschätzung der zeitlichen Belastung, der gesundheitlichen Belastung sowie der Belastung für die Berufstätigkeit durch Pflegeaufgaben; Akzeptanz von Seniorenwohngemeinschaft oder Mehrgenerationenhaus als Möglichkeit des Wohnens im Alter; Bereitschaft zum Umzug in eine altersgerechte Wohnung.
Gesundheitspolitische Maßnahmen: Wichtigkeit verschiedener gesundheitspolitischer Maßnahmen (Gewinnung von Hausärzten für den ländlichen Raum, Einrichtung von medizinischen Gesundheitszentren, Anwerbung von Fachkräften für den Bereich Pflege und Gesundheit aus dem Ausland, Ausweitung der Medizin-Studienplatzangebote, Förderung von ärztlicher Betreuung und Beratung über das Internet (Videosprechstunde), Förderung mobiler Arztpraxen im ländlichen Raum und die Ausweitung von Angeboten zur Vorbeugung von Erkrankungen und für den Erhalt der Gesundheit; dafür vs. dagegen Pflegefachkräfte aus dem Ausland anzuwerben; Befürwortung höherer Gehälter für Pflegekräfte; Zustimmung zur Forderung nach einer Versicherung aller Bürger, also auch von Beamten und Selbständigen, in den gesetzlichen Krankenkassen.
Demographie: Mitglied einer gesetzlichen Krankenkasse oder privatversichert; chronische Krankheit oder Behinderung; eigene Pflegebedürftigkeit (Pflegegrad); Berufstätigkeit; abgeschlossene Berufsausbildung; höchster Bildungsabschluss der Eltern.
Welle 2020:Corona-Krise: Persönlich von Corona betroffen bzw. Verwandte, Freunde oder enge Bekannte; Forderung nach härteren Strafen für Menschen, die sich nicht an die Corona-Maßnahmen halten; zum Schutz der Bevölkerung vor dem Corona-Virus müssen notfalls auch Grundrechte eingeschränkt werden; sollten dankbar sein für führende Köpfe, die uns sagen, wie wir die Corona-Krise bewältigen; Gefahr durch das Corona-Virus wird von den Medien stark übertrieben; Existenz geheimer Organisationen, die während der Corona-Krise großen Einfluss auf politische Entscheidungen haben; Verunsicherung durch wechselnde Einschätzungen der Experten; Corona-Virus nicht schlimmer als eine Grippe; vertraue eigenen Gefühlen im Umgang mit Corona mehr als Experten; bei der Bewältigung der Corona-Krise sollte die Opposition die Regierung nicht kritisieren sondern unterstützen; Einschätzung der Gefahr durch die Corona-Krise im Hinblick auf das Gesundheitssystem, en gesellschaftlichen Zusammenhalt, die Wirtschaft, die demokratischen Grundrechte, die eigene Gesundheit und die persönliche wirtschaftliche Situation; Impfbereitschaft; Beurteilung verschiedener Maßnahme zur Eindämmung der Corona-Pandemie (Einschränkung persönlicher Kontakte, Maskenpflicht, Schließung von Schulen und Kitas, Schließung von Läden und Restaurants; zu wenige vs. zu viele Maßnahmen der Politiker in Bezug auf folgende Punkte: medizinische Versorgung, Einschränkung des öffentlichen Lebens, Verminderung wirtschaftlicher Schäden; zur Bewältigung der Corona-Krise persönlich am wichtigsten (offen); Zufriedenheit mit der öffentlichen Kommunikation von Politikern in der Corona-Krise; Veränderungen des persönlichen Lebens in der Corona-Krise im Hinblick auf Familienleben, persönliche wirtschaftliche Situation, und soziale Kontakte; Zufriedenheit mit der bisherigen Politik in der Corona-Krise auf Bundesebene, im Kreis bzw. der Stadt und auf Landesebene; Vertrauen in die Wissenschaft; wichtige Entscheidungen sollten in einer Demokratie besser von unabhängigen Experten als von gewählten Politikern getroffen werden; es ist Zeit für mehr Widerstand gegen die aktuelle Politik.
提供机构:
GESIS Data Archive
创建时间:
2021-09-30



