Zur diagnostischen Bedeutung des systemorientierten Familienerstinterviews in der ambulanten Kinderpsychiatrie
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Basierend auf einer Kritik der am medizinischen Störungsmodell sich orientierenden Individualdiagnostik wird aufgezeigt, wie, ausgehend vom Familienerstinterview, die Paradigmakontroverse zwischen individuumzentrierten und systemischen Handlungsstrategien in der ambulanten Kinderspychiatrie überwunden werden kann. Dabei sind die auf unterschiedlichen Epistemologien beruhenden Ansätze nicht alternativ anzuwenden. Auch ist darauf zu achten, daß beim Transfer der verschiedenen Störungskategorien inhomogene Gleichungen vermieden werden. Es empfiehlt sich, im Rahmen einer Familiendiagnose individuelle und interaktivkommunikative Aspekte unter Berücksichtigung von systemischen Regelprozessen zu erfassen. Eine solche Vorgehensweise schließt weder zusätzliche individualdiagnostische Untersuchungen grundsätzlich aus, noch impliziert sie a priori eine familientherapeutische Indikation. Des weiteren werden einige organisatorische und methodische Vorschläge bezüglich Durchführung und Auswertung des Familieninterviews gemacht. Eine solche Arbeitsweise erfordert eine hohe Fachkompetenz (Psychopathologie, System- und Familientheorie bzw. Familientherapie) und vermehrte Anstrengungen im Bereich der klinischen Ausbildung und Forschung. unknown unknown



