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Die Beeinflussung des Wirtschaftswachstums durch das Bankensystem in Deutschland von 1893 bis 1913.

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DataCite Commons2025-12-02 更新2025-04-15 收录
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https://search.gesis.org/research_data/ZA8428?doi=10.4232/1.10289
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In der sogenannten zweiten Phase der deutschen Industrialisierung von 1870 bis 1914 konzentrierte sich augenfällig die Kapitalakkumulation in Großunternehmen des Industrie- und Bankensektors. Das Wachstum der deutschen Wirtschaft 1870 bis 1913 ist nicht zuletzt ein Wachstum industrieller Großunternehmen gewesen. Rein rechnerisch lässt sich das anhand der Entwicklung der Industrie-Aktiengesellschaften nachweisen (da sich Großunternehmen und Industrie-Aktiengesellschaften stark überschneiden). Nach Schätzungen von Walter G. Hoffmann (1965) stieg der Wert des Nettokapitals (definiert als Eigen- und Fremdkapital abzüglich Geldvermögen) von Industrieaktiengesellschaften zwischen 1882 und 1913 von 13 auf 18 Prozent des Wertes des rasch anwachsenden gewerblichen Kapitalstocks. Zwischen 1870 und 1913 stieg der Wert des Nettokapitals der sogenannten Kreditbanken (Aktienbanken ohne Pfandbrief- oder Notenzirkulation) von ca. 492 Mill. Mark auf fast 15 Milliarden Mark, d.h. noch stärker als das Kapital der Industrieunternehmen. David Landes Darstellung der westeuropäischen Industrialisierung (dt.: Der entfesselte Prometheus: technologischer Wandel und industrielle Entwicklung in Westeuropa von 1750 bis zur Gegenwart, Köln 1973) sieht gerade in der Verbindung zwischen Aktiengesellschaften, Großunternehmen und modernen industriellen Technologien den Hauptgrund für den phänomenalen Industriealisierungserfolg Deutschlands zwischen 1870 und 1913. Es fehlen allerdings noch immer Untersuchungen über industrielle Großunternehmen, die systematisch deren Wachstum erklären und in Beziehung zum gesamtwirtschaftlichen Wachstum bringen. Ekkehard Eistert, ein Schüler Walter G. Hoffmanns, hat den ersten neueren Versuch zur quantitativen Bestimmung des Wachstumsbeitrages der deutschen Kreditbanken vorgelegt. „Das Ziel dieser Untersuchung ist es, den Einfluss des Bankensystems auf das wirtschaftliche Wachstum in Deutschland aufzuzeigen. Es stellt sich somit die Frage, ob die Politik der Banken das Wirtschaftswachstum gefördert, gehemmt oder ob sie sich ihm gegenüber neutral verhalten hat. Diese Fragestellung beinhaltet beide Alternativen des Wirkungs-Ursache-Zusammenhangs von wirtschaftlichem Wachstum und Bankensystem. Durch das Verhalten der Banken kann einerseits das Wirtschaftswachstum – als Kennzahlen dafür kommen beispielsweise die makroökonomische Größen Handelsvolumen und Sozialprodukt oder Gesamtumsätze und Wertschöpfung einzelner Wirtschaftssektoren in Betracht – positiv oder negativ beeinflusst werden. Andererseits kann die wirtschaftliche Entwicklung Ursache für Anpassungsvorgänge im Bankensystem sein“ (Eistert, a. a. O., S. 16). Knapp zusammengefasst besteht seine Analyse somit aus einer Gegenüberstellung von Wachstumsindikatoren für den Bankensektor und der Gesamtwirtschaft. Unter dem Bankensystem (Bankensektor) werden die Reichsbank, die Privatnotenbanken und die Aktien – Kreditbanken zusammengefasst Außer Betracht bleiben die Privatbanken, da für die wegen mangelnden statistischen Materials die Mittelbereitstellung nicht zu quantifizieren ist. Nach Eistert kann dem Bankensystem nicht eine „kausale“ sondern nur eine „erlaubende“ Rolle im Wandlungsprozess zugeschrieben werden, und zwar nur dann, wenn die Bereitstellung von Finanzmitteln durch die Banken nicht zum Engpassfaktor wird. Für ihn hat daher das Bankensystem im deutschen Wachstumsprozess von 1883 bis 1913 eindeutig eine positive Rolle gespielt, weil sein Index der Mittelbereitstellung der Banken in diesem Zeitraum ein größeres Wachstum aufweist als der von ihm verwendete Index des Sozialprodukts. Genauer gesagt, sieht Eistert den verwendeten Index des Nettosozialprodukts zu Marktpreisen (in laufenden Preisen) als Ersatz für die theoretisch richtige Größe, das Handelsvolumen, da diese Größe nach Eistert die „volkseinkommenswirksamen Ausgaben“ misst; auf diese wirkt der Einfluss der Mittelbereitstellung der Banken. „Als Ergebnis kann festgestellt werden, dass die Kreditgewährungen der Banken für volkseinkommenswirksame Ausgaben von 1885 – 1911 mit Ausnahme des Jahres 1893 schneller steigen als das Handelsvolumen. Der Teil des Finanzierungsspielraumes der Wirtschaftssubjekte, der durch die Banken beeinflusst wird, hat sich also im Verhältnis zu den zu finanzierenden produktiven Ausgaben im Zeitablauf erhöht“ Eistert, a.a.O., S. 140). Datentabellen in HISTAT (Thema: Geld und Währung, Finanzsektor):Tab. 01 Die in Umlauf gekommenen Wechsel und der durchschnittliche Wechselumlauf Deutschlands, in Mio Mark (1883-1913)Tab. 02 Die Bestände ausländischer Wechsel von einzelnen Banken am Jahresende, in Tausend Mark (1883-1913)Tab. 03 Die Schätzung ausländischer Wechselbestände der Gesellschaft am Jahresende (1883-1913)Tab. 04 Die Ermittlung der inländischen Wechselanlage von den Geschäftsbanken im Jahresdurchschnitt (1883-1913)Tab. 05 Die Ermittlung der von den Geschäftsbanken und der Reichsbank angekauften inländischen Wechsel, in Mio Mark (1883-1913)Tab. 06 Die Mittelbereitstellung der Reichsbank und der Geschäftsbanken in Mio Mark und die jeweiligen Anteile an der maximal möglichen Mittelbereitstellung mittels inländischer WechselTab. 07 Die Berechnung der Mittelbereitstellung von der Reichsbank mittels Lombardkredite in Tausend Mark (1883-1913)Tab. 08 Die Erfassung des Bestandes an Kontokorrentkrediten der Geschäftsbanken am Jahresende in Tausend Mark (1883-1913)Tab. 09a Essener Credit- Anstalt, Danziger Privat- Aktien- Bank und Deutsche Bank (1901-1913)Tab. 09b Dresdner Bank und Norddeutsche Bank (1907-1913)Tab. 09c Danziger Privat- Aktien- Bank und Bergisch- Märkische Bank (1883-1900)Tab. 10 Die statistische Messzahl (M) der Berliner Großbanken, der Provinzbanken und der gesamten Geschäftsbanken (1901-1913)Tab. 11 Index der statistischen Messzahl (M) der Bergisch- Märkischen Bank und der Danziger- Privat- Aktien- Bank zur Basis 1898 und M der gesamten Geschäftsbanken (1883-1900)Tab. 12 Die Mittelbereitstellung (Mb) der Geschäftsbanken mittels Kontokorrentkredite in Mio Mark (1883-1913)Tab. 13 Die Erfassung inländischer Wertpapiere der Placierungstechnik in Mio Mark (1896-1913)Tab. 14 Umrechnung von Etats- auf Kalenderjahre der Ausgabestatistik und Ausschaltung der inländischen Bankaktien, in Mio Mark (1896-1913)Tab. 15 Eliminierung der deutschen Pfandbriefe aus den gesamten inländischen Obligationen der Ausgabestatistik und die deutschen Staatsanleihen der Ausgabestatistik (1896-1913)Tab. 16 Die Mittelbereitstellung (Mb) der Banken mittels Wertpapiere, in Mio Mark (1896-1913)Tab. 17 Die Ermittlung inländischer Wertpapiere der Ausgabestatistik, in Mio Mark (1883-1895)Tab. 18 Die Mittelbereitstellung (Mb) der Banken mittels Wertpapiere, in Mio Mark (1883-1895)Tab. 19 Die Mittelbereitstellung (Mb) der Reichsbank und der Geschäftsbanken mittels angekaufter ausländischer Wechsel, in Mio Mark (1883-1913)
提供机构:
GESIS Data Archive
创建时间:
2012-01-10
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