Reverbalisierungen als Brücke zum kollektiven Handlungswissen: Eine gesprächsanalytische Untersuchung therapeutischer Interventionen Rewordings as links to collective knowledge: A microanalytic study of interventions in psychotherapy
收藏PsychArchives2024-06-26 更新2026-04-25 收录
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https://hdl.handle.net/20.500.12034/10334
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资源简介:
Basierend auf einem Korpus von sechs Therapieverläufen aus tiefenpsychologischer und gesprächstherapeutischer Kurzzeittherapie wird mit gesprächslinguistischen Mitteln rekonstruiert, wie mentale Prozesse von Patientinnen und Patienten mit sprachlichen Mitteln bearbeitet werden. Konkret wird anhand detaillierter Analysen von drei Gesprächsauszügen die Frage verfolgt, wie die patientenseitig eingebrachten Wissens- und Erfahrungselemente in der Therapie aufgenommen und verarbeitet werden. Zentrales Ergebnis ist, dass in den Interventionen eine Reperspektivierung der eingebrachten Erfahrungen vollzogen wird: während die Erlebnisse in den Schilderungen der Patientin oder des Patienten als singuläre, erratische Ereignisse erscheinen, werden sie in der Intervention aus einer kollektiven Perspektive reformuliert und rekonzeptualisiert. Die Therapeutinnen und Therapeuten benennen die Erlebnisse mithilfe sprachlicher Mittel des »Symbolfelds«, die diese Erlebnisse sozial etablierten Kategorien zuordnen. Das Erleben erscheint damit nicht mehr als etwas Einzigartiges, rein Individuelles, sondern wird mit den Erlebnissen anderer Personen vergleichbar. So wird eine Brücke zu kollektivem Handlungswissen über die Entstehung der kategorisierten Prozesse oder Situationen, über ihre Struktur und über Möglichkeiten des Umgangs mit ihnen geschlagen, was letztlich auch einen veränderten Umgang mit der problematischen lebensgeschichtlichen Situation ermöglichen kann. Based on a corpus of six short-term therapies (client-centered therapy, psychodynamic therapy) the article documents three extracts of therapeutical exchanges and analyses them from a qualitative linguistic perspective. In the analyses processes are identified by which the patient’s understanding of his/her biographical situation is addressed and incrementally changed. It is shown that the rewording of the patient’s experiences from a different perspective constitutes a vital element of such processes of perspective change. Whereas the patient describes his/her experience in words that render it unique and erratic, the therapist uses phrases and expressions that rename these experiences from a collective perspective. In this way, the patient’s situation is framed as comparable to situations that are societally known and understood. Thereby links to stocks of societal knowledge about the emergence of such situations are created, about its structure and – most importantly – about ways to deal with it. peerReviewed publishedVersion
提供机构:
Psychosozial-Verlag
创建时间:
2024-06-26



